Glückliche Gesichter unterm Bannturm-Zelt

Tom Jet und „The Roodles“ mit dem dritten „Rudel Sing Sang“ beim Kultursommer

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Auf Bildschirmen, die auf der Bühne stehen, werden die Texte der einzelnen Lieder angezeigt, so dass jeder Zuschauer beim Rudel Sing Sang mit Tom Jet am Bannturm wirklich mitsingen kann.

Sie wollen ihn eigentlich nicht von der Bühne lassen, obwohl es allmählich schon auf 23 Uhr zu geht. Rund 300 Zuschauer feiern am Freitagabend unterm Bannturm-Zelt den Obertshausener Musiker Tom Jet für seinen „Rudel Sing Sang“.

Heusenstamm – Es ist für das Publikum die Gelegenheit, einmal ganz offiziell und voller Inbrunst bei jedem Lied mitzusingen, das von der Bühne aus angestimmt wird – Karaoke im großen Chor sozusagen.

Und so ist es auch die Sängervereinigung, die das Spektakel nun schon zum dritten Mal während des Kultursommers veranstaltet. Mit Erfolg, bereits kurz vor dem Start des Rudel-Singens ist fast kein Sitzplatz mehr zu bekommen.

Und dann geht es los. „The Roodles“ nennt Tom Jet die Band, mit der er das vereinte Singen begleitet. Unterstützt wird er dabei von Stephan „Ramba“ Winter am Schlagzeug und Dieter Schmidt am Bass. Sie kennen sich schon lange, sind aufeinander eingespielt.

Die Zuschauer gehen sofort mit

Wie es funktioniert, muss Tom Jet den Zuschauern nicht lange erklären. Die wenigsten sind zum ersten Mal dabei. Kleine Tipps zum richtigen Atmen gibt er dennoch.

Mit „Barbara Ann“, einem der legendären Songs der Beach Boys, startet Tom Jet die riesige Singstunde am Bannturm. Die Zuschauer gehen mit, klatschen sofort den Takt. Weiter geht es mit bekannten Nummern wie „Über den Wolken“, „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ oder „The Lion Sleeps Tonight“. Und spätestens beim „Bett im Kornfeld“ hält es keinen mehr auf den Bänken. Das Publikum singt, klatscht und tanzt mit.

Gekonnt spickt Tom Jet seine Moderationen mit kleinen Sticheleien, wie man sie von einem Obertshausener in Heusenstamm erwartet. Seine Fans verzeihen es ihm, lachen auch auf eigene Kosten.

Stimmung wird immer besser

Dreimal je 45 Minuten spielen „The Roodles“ auf der Bühne, hatte Tom Jet angekündigt. Tatsächlich gerät jedes Drittel ein wenig länger. Die Zuhörer danken es ihm, feiern die drei Musiker immer wieder mit viel Applaus. Und die Stimmung wird immer besser. Beim Beatles-Hit „Hey Jude“ etwa gibt es niemanden mehr, der nicht mitsingt. Auch die Hommage mit „Anita“ an den gerade verstorbenen Costa Cordalis, einst Heusenstammer Bürger, versäumt keiner. Und bei „Highway To Hell“ tanzen Menschen mit, denen man eine Stunde zuvor noch einen Rollator gegönnt hätte.

„Man schaut nur in glückliche Gesichter“, sagt eine Frau gegen Ende des Abends. „Man sollte viel öfter singen“, fügt ein Mann hinzu.

Claudia Bechthold

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