„Simon Petrus Lonely Hearts Club Band“

Publikum feiert Hartmann-Musical und Disharmonie-Akteure

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Heide Schwab als Trude Herr, Bianca Jung als Amy Winehouse, Claudia Wölfel de Mejia als Marylin Monroe und Nicole Grundel als Whitney Houston (von links) singen Leonard Cohens „Hallelujah“.

Heusenstamm - Selbstgeschriebenes ist für Thomas Hartmann selbstverständlich. Schon seit vielen Jahren bringt er eigene Stücke auf die Theater- und die Fastnachtsbühne. Von Claudia Bechthold 

Für den Kultursommer am Schloss hat sich der Vorsitzende des Karneval Klubs Disharmonie diesmal das Himmelstor als Ort der Handlung ausgesucht. Auch im Himmel läuft nicht alles so, wie es sollte. Das könnte man als Fazit des Stückes hervorheben, mit dem die Akteure des Karneval Klubs Disharmonie (KKD) jetzt auf den Bannturm-Bühnenbrettern standen. „Simon Petrus Lonely Hearts Club Band“ heißt das Stück aus der Feder von KKD-Chef Thomas Hartmann, das beim Kultursommer Premiere hatte.

Da ist zum Beispiel Petrus (Matthias Kilian), der eigentlich an der Himmelstür seinen Dienst versehen soll, aber regelmäßig seine Mitarbeiterinnen Marlene Dietrich (Stefanie Acri) und Hildegard Knef (Alexandra Jäger) bittet, ihn zu vertreten. Da muss natürlich der Gewerkschaftsführer der IG Himmelstür und -tor, Martin Luther (Klaus Endlich), eingreifen. Gleichzeitig achtet Fegefeuermeister Tarot (Thomas Hartmann) darauf, dass George Michael (Nico Grasmück), Udo Jürgens (Thomas Bel) und David Bowie (Timo Hartmann) alle geforderten Läuterungsstufen durchleiden. Zudem versucht er, Katharina von Bora (Beate Langenhagen) von ihrem Vorhaben abzubringen, zum Reformationsjubiläum eine lange akademische Feier zu veranstalten. Und schließlich gibt es noch den Chor aus Whitney Houston (Nicole Grundel), Marylin Monroe (Claudia Wölfel de Mejia), Amy Winehouse (Bianca Jung) und Trude Herr (Heide Schwab), der gegen das immer gleiche Repertoire für die Auftritte aufbegehrt.

Eigentlich ist es mehr ein Musical als ein Theaterstück, das zur Premiere trotz Dauerregens fast ausverkauft ist. 16 Lieder bringen die Darsteller zu Gehör, allesamt bekannte Titel der Figuren im Stück, allerdings mit Texten von Hartmann. Leider verhagelt die Tontechnik an der einen oder anderen Stelle des Geländes unter dem Bannturm-Zelt das Verstehen so mancher Zeile. Die gesanglichen Leistungen sind sehr gut, viele werden vom Publikum mit Szenenapplaus und Bravo-Rufen bedacht.

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Kurzweilig ist das Stück, viele Lacher werden den Zuschauern serviert. Das geht freilich nicht ohne Klischees und Kalauer, etwa wenn Meister Tarot Sängerin Whitney fragt: „Houston, haben Sie ein Problem?“

Insgesamt bietet die Disharmonie ihrem Publikum einmal mehr einen unterhaltsamen und abwechslungsreichen Abend, bei dem Musik und Tanz im Vordergrund stehen. Die Zuschauer feiern am Ende die Akteure, zu denen auch Souffleuse Moni Bauer zählt, mit lang anhaltendem Applaus. Das Stück endet mit dem gemeinsam gesungenen Trude-Herr-Lied „Niemals geht man so ganz“ und der Erinnerung an die verstorbenen Künstler.

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