Bürgermeister widerspricht Gerüchten

Leinenzwang nicht geplant

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Ingrid Pawlik hätte nichts gegen einen Leinenzwang, sagt sie.

Heusenstamm - Woher es kommt, weiß niemand so genau. Aber es verbreitet sich wie ein Lauffeuer vor allem unter den Hundebesitzern in der Schlossstadt. Es gibt inzwischen sogar schon eine Unterschriftenliste dagegen. Von Claudia Bechthold 

Seit Montag liegt diese zumindest an einer Stelle aus: Heusenstamms Hunde sollen an die Leine, heißt es, und zwar dauerhaft. Die Stadtverwaltung wolle einen ganzjährigen Leinenzwang verhängen, lautet die Information. Es läuft offenbar per Mund-zu-Mund-Propaganda: Heusenstamms Hundebesitzer sollen per entsprechender Satzung verpflichtet werden, ihre Vierbeiner künftig nur noch an der Leine zu führen. Bisher gilt das nur für die so genannte Brut- und Setzzeit zwischen dem 15. Februar und dem 15. Juni. Und außerdem vor Kindergärten und Schulen, an Haltestellen und im Schlossgarten zum Beispiel. Jetzt werde es bald ganzjährig gelten und überall, wird berichtet.

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Das bestätigt auch Heike Brinkmann, Vorsitzende des Hundevereins Bell Amis. Von Hundebesitzer zu Hundebesitzer werde seit einigen Tagen erzählt, dass es zu dieser ganzjährigen Leinenpflicht kommen solle. Wobei sich die Begeisterung von Brinkmann in Grenzen hält. „Wir respektieren den Leinenzwang während der Brut- und Setzzeit“, meint sie. „Das sagen wir auch unseren Mitgliedern und halten sie an, sich danach zu richten, weil es eine sinnvolle Regelung ist.“

Aber eine grundsätzliche Leinenpflicht hielte sie nicht für gut. Das entspreche nicht den Grundsätzen des Tierschutzes. „Die Hunde brauchen ihren Auslauf, die Bewegung, das sind Lauftiere.“ Gleiches gelte für soziale Kontakte zu anderen Hunden, die am besten zu pflegen seien beim gemeinsamen Herumtollen zum Beispiel auf einer Wiese. Sollte es eine solche generelle Leinenpflicht geben, fügt Heike Brinkmann noch an, müsse die Stadt auch eine Fläche zur Verfügung stellen, auf der Hunde ohne Leine toben könnten.

Hundewaschanlage in Gravenbruch

Hundewaschanlage in Gravenbruch

In diese Richtung geht auch der Tenor der Unterschriftenliste, die unter anderem bei Tierärztin Christiane Boguhn ausgelegt wurde. „Das ist eine private Initiative“, betont sie. Wer darauf unterschreibe richte quasi die Bitte an die Stadt, für Hunde eine Wiese zum Toben zur Verfügung zu stellen. Von dem Gerücht, dass es einen Leinenzwang geben soll, hat sie noch nichts gehört.

Von dem Gerücht ebenfalls noch nichts gehört hat Bürgermeister Peter Jakoby. „Mir ist nicht bekannt, dass an den bestehenden Vorschriften etwas geändert werden soll“, versichert er. Allerdings erreichten ihn immer wieder klagen der Landwirte, die geerntetes Heu nicht verfüttern können, weil trotz Verbots Hundekot auf den Wiesen zu finden sei. „Und auch frisch bestellte Felder werden immer wieder von Hund und Herr überquert, ganz junge Pflanzen dabei zertreten. Dennoch, einen Dauerleinenzwang planen wir nicht.“

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