750-Jahr-Feier in Rembrücken

Maria erhält neuen Anstrich

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Christiane Kunz-Weiß und Luisa de Sousa Coutinho (von rechts) reinigen seit gestern die Marienfigur über dem Portal der Kirche Mariä Opferung in Rembrücken.

Heusenstamm - Wenn der Bischof kommt, soll sich die kleine Kirche Mariä Opferung in Rembrücken möglichst von ihrer schönsten Seite zeigen. Für den „letzten Schliff“ vor dem großen Ereignis sorgen derzeit zwei junge Frauen. Von Claudia Bechthold 

Konzentriert beugen sich Christiane Kunz-Weiß und Luisa de Sousa Coutinho über die Hände der Marienfigur. Mit einem Skalpell entfernen sie vorsichtig Millimeter für Millimeter eine grünlich-graue Schicht von den Fingern Statue. Es sind Moose und Flechten, die sich über Jahre auf dem Stein festgesetzt haben.
In knapp zwei Wochen, am Sonntag, 6. Mai, soll die 750-Jahr-Feier Rembrückens mit einem Festgottesdienst und einer akademischen Feier eingeläutet werden. Dazu erwartet man hohen Besuch in der kleinen Kirche an der Hauptstraße des Stadtteils. Bischof Peter Kohlgraf aus Mainz wird die feierliche Messe leiten. Und bis dahin soll das Gotteshaus natürlich strahlen.

Im Oktober war bereits die Orgel umfassend gereinigt, intoniert und gestimmt worden (wir berichteten). Außerdem hatte man die Beleuchtung modernisieren sowie den Fußboden im Kirchenschiff mit Naturstein neu verlegen lassen. Insgesamt rund 55.000 Euro werden am Ende in den 1925 errichteten Bau investiert worden sein. Ein Teil dieses Geldes stammt vom inzwischen aufgelösten Kirchenchor, ein weiterer Teil vom Förderverein Balthasar Neumann.

Christiane Kunz-Weiß ist Diplom-Restauratorin. Die 19 Jahre alte Luisa de Sousa Coutinho absolviert gerade ihr einjähriges Praktikum bei ihr, das Voraussetzung ist, um ein entsprechendes Studium beginnen zu können.

Die Farbe der Marienfigur, die in einer Nische über dem Hauptportal steht, sei stark verwittert, erläutert die Restauratorin. Die Wurzeln der Pflanzen begünstigten diesen Prozess. Wenn diese entfernt sind, wird die Statue noch ein weiteres Mal gereinigt, diesmal feucht. Außerdem muss der fehlende Daumen an ihrer linken Hand ergänzt werden. Danach folgt die sogenannte Neufassung der Figur, das bedeutet, sie erhält einen neuen Anstrich.

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Spätestens Mitte nächster Woche, das verspricht Christiane Kunz-Weiß, werde die Maria wieder strahlen. Wenn es nicht zu viel regnet bis dahin, könnte sie auch schon Ende dieser Woche fertig werden mit den Arbeiten. Der Restauratorin macht ihr Tun in Rembrücken offensichtlich Spaß: „Mir gefällt die Figur. Sie hat ein sehr feines Gesicht, ist dennoch schlicht, aber von schlichter Eleganz.“

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