Liebe zur Musik geweckt

Pianist Wolfgang Löll schreibt Buch über Heusenstammer Musikschule

Am Flügel begeistert Wolfgang Löll immer wieder seine Zuhörer. Jetzt hat er sich intensiv mit der Entwicklung der Musikschule in der Schlossstadt befasst.
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Am Flügel begeistert Wolfgang Löll immer wieder seine Zuhörer. Jetzt hat er sich intensiv mit der Entwicklung der Musikschule in der Schlossstadt befasst.

Ein jeder hat sie – diese Melodie, dieses Lied, das man schon bei den ersten Takten mit einem bestimmten, meist schönen Ereignis verbindet. Musik spielt im Leben eines jeden Menschen eine Rolle, gleich ob er ein Instrument beherrscht oder nicht. Sie ist tief im Leben der Menschen verankert, davon ist Wolfgang Löll überzeugt. Der Komponist, Pianist und Lehrer hat nicht nur aus diesem Grund jetzt ein Buch vorgelegt, das sich vor allem mit der Musikschule Heusenstamm und deren Geschichte befasst.

Heusenstamm –  Wer an einem lauen Sommertag über den Kirchplatz an der Schlossstraße spaziert, hört eventuell die Klänge eines Klaviers oder auch Gesang. Denn im alten Schulhaus, das Gräfin Maria Theresia 1744 an der Nordseite des Platzes errichten ließ, lernen Kinder und Jugendliche Instrumente und üben Chöre. Aus dem ehemaligen Schul- und später Rathaus ist 2008 das Haus der Musik geworden, das Heim der Heusenstammer Musikschule.

Doch die Geschichte dieser Institution ist länger. Schon im Jahr 1966 wurde sie als „Jugendmusikschule“ aus dem Volksbildungswerk heraus gegründet. Sie ist damit die achte in ganz Hessen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, und die vierte unter den kleineren Kommunen, denn die ersten Musikschulen wurden in Wiesbaden, Offenbach, Wetzlar und Frankfurt initiiert.

Besonders berührt hat Wolfgang Löll bei seinen Recherchen die Geschichte über Willibald Schwachhöfer, der als Lehrer an der Adalbert-Stifter-Schule tätig war. Er war es im Grunde, der die Liebe zur Musik bei Kindern zu wecken und zu fördern verstand. So habe er mit seinen Klassen nicht nur regelmäßig gesungen, sondern im Unterricht auch Blockflöte gespielt und den Nachwuchs ermuntert, es ihm nachzutun. Das Interesse daran war, zur Überraschung so manchen Bürgers, groß, sodass man sich 1966 entschied, die Musikschule zu gründen.

Musikalisch-kulturelle Entwicklung beleuchtet

Weit mehr als 70 Anmeldungen lagen bereits vor, als die neue Institution im Mai 1966 der Öffentlichkeit mit einer Informationsveranstaltung vorgestellt wurde. Vor allem die Blockflöte stand ganz oben auf der Liste der Instrumente, die Kinder und Jugendliche lernen wollten. Aber auch Klavier, Gitarre und Akkordeon stießen auf großes Interesse. Einzig die Blechblasinstrumente standen nicht auf den Wunschlisten. „Das lag daran, dass der damalige Musikzug der TSV Heusenstamm Ende 1966 seine Jugendausbildung neu aufgestellt und damit großen Erfolg hatte“, erläutert Wolfgang Löll.

Der in Offenbach lebende Musikpädagoge hat in seinem Buch, das auch ein Vorwort von Rudolf Fauerbach sowie Aufsätze von Dr. Roland Krebs und der Musikerin Dietburg Spohr enthält, viele Aspekte aufgegriffen. Nicht nur die Geschichte der Heusenstammer Musikschule war ihm wichtig, zumal er immer wieder das Gefühl hat, dass diese Institution im Alltag der Schlossstadt eher im Verborgenen blüht. Er hat auch die musikalisch-kulturelle Entwicklung in Deutschland nach dem Zweiten Welt beleuchtet und „Die Tiefe der Musik“ mit ihrer Wirkung aus seiner persönlichen Sicht betrachtet.

Wolfgang Löll ist seit 1988 als Pädagoge an der Heusenstammer Musikschule tätig und zählte 2006 zu den Gründungsmitgliedern des Fördervereins „Freunde der Musikschule Heusenstamm“. Der aus dem mittelhessischen Aßlar stammende 59-Jährige hat in Frankfurt Musik für das Lehramt an Gymnasien, Anglistik und Musikwissenschaften studiert. Regelmäßig gibt er Konzerte, hat eine feste Fangemeinde in der Schlossstadt. Neben eigenen Kompositionen stehen dabei oft Stücke vergessener Komponisten im Mittelpunkt.

Der gerade erschienene Band „Die Musikschule Heusenstamm“ ist zum Preis von zehn Euro in der Buchhandlung „Das Buch“, Frankfurter Straße 30, und in der Stadtbücherei, Schlossstraße 10, erhältlich. (Claudia Bechthold)

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