Geplanter Stadtumbau

Bürger wünschen mehr Grün

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Nach stärkeren Regenereignissen stehen die Bieberauen seit der Renaturierung schnell unter Wasser. Das gefällt vor allem Spaziergängern nicht unbedingt.

Heusenstamm - Nachhaltig soll es wirken, das Projekt Stadtumbau der Hessischen Landesregierung. Wie berichtet, laufen seit Mitte Mai die Vorbereitungen zur Entwicklung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK). Und das mit Beteiligung der Bürger. Von Claudia Bechthold 

Es gibt in der Schlossstadt schon viele Grünflächen. Darin waren sich die Teilnehmer des ersten Treffens in der sogenannten Lokalen Partnerschaft (Lopa) einig. Dennoch könnte mehr getan werden.
Klimaanpassung und Klimaschutz, „Grüne und Blaue“ Infrastruktur, die Auswirkungen des demografischen Wandels und ein wirtschaftsstruktureller Wandel sind die Inhalte und Ziele, die mit dem Stadtumbau erreicht werden sollen. Vor gut einem Jahr hatte sich Heusenstamm auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung um Teilhabe an diesem Programm beworben, im Herbst wurde die Teilnahme akzeptiert. Das Programm läuft über zehn Jahre, die Zuschüsse des Landes zu einzelnen Projekten sind vergleichsweise hoch. 11,6 Millionen Euro stehen beim Land für Heusenstamm dazu bereit.

Begleitet wird der Prozess vom Büro Projektstadt, das zunächst die Beteiligung der Bürger organisiert und alle Wünsche, Ideen und Kritik sammelt. Nach der Aufstellung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) werden die Mitarbeiter des Büros auch die Verwirklichung begleiten.

Nach einem Spaziergang mit Heusenstammern zum Erkunden des Fördergebiets und dem „Werkstattgespräch“, bei dem Meinungen und Ideen gesammelt wurden, ist das Programm nun in die dritte Phase der Mitwirkung gegangen, in die lokale Partnerschaft. Fünf Bürger, ausgelost aus vielen Bewerbern, sowie Vertreter von einigen Vereinen und der Fraktionen im Stadtparlament befassen sich intensiver und über einen längeren Zeitraum mit den Wünschen und Hindernissen zu möglichen Veränderungen in einem Teil des Stadtgebiets. Das Programm gilt für das Gebiet südlich der Frankfurter Straße (Neuer Alter Ort), die Bieberauen, das Areal rund um den früheren Bauhof an der Rembrücker Straße, die Anlagen des Schlosses und das Gelände der früheren Gärtnerei am Friedhof.

Das ISEK muss Ende Oktober beim Land Hessen eingereicht werden. Zuvor sollen Bürger noch einmal die Gelegenheit erhalten, sich dazu zu äußern. Das soll Ende August ermöglicht werden. Danach müssen sich die Stadtverordneten mit dem Konzept befassen und es beschließen. Erst danach kann es beim Land vorgelegt werden.

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Schwächen und Stärken der einzelnen Gebiete, Ziele und mögliche Konflikte zur Umsetzung hatten Gunnar Zehe und Ronald Uhle vom Büro Projektstadt der Nassauischen Heimstätte für die Lopa zusammengestellt. Zu wenig Spielplätze für unterschiedliche Altersgruppen waren unter anderem als Nachteil genannt worden, vor allem im Neuen Alten Ort fehle ein Spielplatz. Es gebe keine ausgewiesene Hundewiese. Dass Boden nicht noch weiter versiegelt werden dürfe, darüber war man sich in der Lopa einig.

Allerdings waren einige Beteiligte der Meinung, die erst abgeschlossene Renaturierung der Bieber sei fehlgelaufen, da die Auen bei starkem Regen schnell unter Wasser stünden. Kritisiert wurde eine Störung des Kaltluftabflusses durch das Umspannwerk an der Frankfurter Straße. Außerdem wünsche man sich mehr Sitzbänke.

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