Magische Noten

Musikschüler aus Malle für Konzert zu Gast in der Partnerstadt

Beim Konzert des Sommerkurses der belgischen Musikakademie Lier/Malle tanzten die Jugendlichen gemeinsam zur Musik der anderen Teilnehmer auf der Bannturm-Bühne. -  Fotos (2): Prochnow
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Beim Konzert des Sommerkurses der belgischen Musikakademie Lier/Malle tanzten die Jugendlichen gemeinsam zur Musik der anderen Teilnehmer auf der Bannturm-Bühne.

Heusenstamm - Schon zum siebten Mal gastierten 65 Jugendliche und Begleiter der Musikakademie Lier/Malle in der Schlossstadt. Die Teilnehmer des Sommerkurses bevölkerten die Bannturm-Bühne. Von Michael Prochnow

Zuvor haben sie im Odenwald unter dem Motto „Jazz We Can“ Werke zum Thema Magie einstudiert. Unter dem hölzernen Dach vor dem Bannturm herrscht geschäftiges Treiben. Teenager biegen sich Mikrofone zurecht, rücken Monitor-Boxen und Notenständer hin- und her und stimmen immer wieder dieselbe Zeile eines David-Bowie-Hits an. Auch am riesigen Mischpult stehen junge Leute und richten den Ausgangston für die Gesangsstimmen und Instrumente aus. Andere Mitglieder der jungen Truppe bedienen sich aus der Apfel-Steige.

Zehn Tage haben sich die Mädchen und Jungen zuvor mit ihren Lehrkräften in ein Jugendheim in Ernsthofen im Odenwald eingebucht. Abgeschieden im Grünen – ohne Lärm und Stress von Stadt und Schule, erläutert Leiter Roeland van Noten. Er heiße wirklich so, schmunzelt der Musiklehrer, werde öfter auf seinen passenden Familiennamen angesprochen. Er folgte vor zwei Jahren Han Flintrop, der das Projekt „Jazz We Can“ 20 Jahre lang geleitet hat. Viele Heusenstammer kennen ihn noch, weil er 2009/2010 an der Bridge-Aktion beteiligt war und eine neue Europa-Hymne geschrieben hat, erinnert Angelika Banck.

Die Vorsitzende hat das Konzert in der Schlossstadt organisiert. Mit fast 20 Helfern aus den Reihen des Freundeskreises Partnerstädte sorgte sie für Sitzplätze, Speisen und Getränke. Das Team grillte Brat- und Rindswurst, zapfte Bier und öffnete seinen Stand, der nun schon fürs Weinfest eingerichtet ist.

Die belgischen Musiker, von denen einige auch aus der Partnerstadt Malle stammen, treten in den kommenden Tagen erstmals sowohl im Darmstädter Herrngarten und in Fischbachtal als auch im norditalienischen Aostatal auf.

Von den Zwölf- bis 65-Jährigen spielt ein Teil erst seit drei Jahren das jeweilige Instrument. Manche seien bereits seit neun Jahren dabei, erläuterte van Noten. Vier Tage probten sie in sechs Gruppen im Jugendheim Titel zum Thema Magie ein, etwa aus der Magical Mystery Tour der Beatles von ihrem Album aus dem Jahre 1968, den Pin Ball Wizzard von der Gruppe The Who und Superstitious von Europe. Selbst die Jüngsten hauchten den Hits Leben ein, spielten unbekümmert und engagiert auf.

Und darin liegt auch das Ziel des Angebots: Jüngere und ältere Instrumentalisten und Sänger sollen noch mehr Freude am gemeinsamen Musizieren finden, betont Roeland van Noten. Das Sommercamp der Akademie umfasst zudem eine Songwriter-Einheit: Jeder Teilnehmer schrieb ein eigenes Lied, das zum Finale des Kurses vorgetragen wird, bevor die gemischte Runde morgen Abend wieder nach Hause fährt.

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