Manchmal hilft Notmutter aus

Heusenstamm ‐ „Das sind Fälle, die gehen unter die Haut.“ „Nur“ drei Mal musste Petra Beißel vom Familienbüro der Stadt Heusenstamm in den vergangenen zwei Jahren Frauen helfen, die häuslicher Gewalt ausgesetzt waren. Von Claudia Bechthold

„Diese Frauen brauchen sofort Hilfe, zumal sie sich bei mir nur melden können, wenn ihr Mann mal nicht da ist“, berichtet Beißel. Für solche Fälle nutzt Beißel das Netzwerk des Vereins „Frauen helfen Frauen“.

Wie bereits berichtet, ist Petra Beißel nicht nur seit Juli 2008 für das Familienbüro zuständig, sondern seit Anfang Mai auch Frauenbeauftragte der Stadt Heusenstamm. Damit sei auch ihre Arbeitszeit um zehn Stunden erweitert worden. „Ich kann damit die Öffnungszeiten für das Familienbüro erweitern“, kündigt die 53-Jährige an. Zumal sie ohnehin schon regelmäßig Gesprächstermine auch abends vereinbare, weil berufstätige Frauen oft keine andere Möglichkeiten für eine Beratung hätten.

Viele Anfragen erhalte sie von Frauen, die sich trennen wollten, von ihren Ehemännern aber unter Druck gesetzt würden, berichtet Petra Beißel weiter. In solchen Fällen begleite sie die Frauen öfter auch über einen längeren Zeitraum. Aber auch Seniorinnen kämen zu ihr, weil diese darunter litten, dass die Familien ihrer Kinder auseinander brechen und ihnen Besuche der Enkelkinder verweigert würden.

Familienbüro und Frauenbeauftragte werden von Mitte Juni an unter Tel.: 06104/ 607-1717 erreichbar sein. Bis dahin gilt Tel.: 06104/ 4090289. E-Mail-Anschrift:familienbuero@heusenstamm.de.

Immer häufiger erhalte sie Anfragen von Frauen, die dringend eine Unterstützung benötigten. „Das sind zum Beispiel Frauen, die ein zweites Kind bekommen und mit der Situation erst einmal überfordert sind“,. erläutert Beißel diese Art der Anfragen. So genannte Notmütter schicke sie dann in diese Familien, die für einen begrenzten Zeitraum Hilfe leisten. Notmütter würden aber auch gebraucht, wenn zum Beispiel Alleinerziehende aus bestimmten Gründen an ihrem Arbeitsplatz nicht fehlen dürften, obwohl das Kind erkrankt ist. Notmütter sind meist ehrenamtlich tätige Frauen, die für diese Aufgabe entsprechend geschult wurden. Wer Interesse daran hat, kann sich im Familienbüro melden.

Voraussichtlich Mitte Juni wird das Familienbüro aus der Patershäuser Straße ins Schlossrathaus umziehen. Im Erdgeschoss des hinteren Flügels werde ein Büro frei, das man dazu nutzen werde, kündigt Bürgermeister Peter Jakoby an. Die Diskretion für Besucherinnen des Büros bleibe gewahrt, weil es einen separaten Eingang gebe.

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