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Mauerumbau genehmigt

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Von: Claudia Bechthold

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Auf einer Länge von 15 Metern dürfte die Kirchhofmauer abgerissen und um 87 Zentimeter nach links verschwenkt wieder aufgebaut werden. Der Zollstock am Bildrand ist auf einen Meter aufgeklappt.
Auf einer Länge von 15 Metern dürfte die Kirchhofmauer abgerissen und um 87 Zentimeter nach links verschwenkt wieder aufgebaut werden. Der Zollstock am Bildrand ist auf einen Meter aufgeklappt. © clb

Heusenstamm - Seit drei Jahren plant die Pfarrgruppe Heusenstamm den Bau eines neuen Pfarrheims sowie von zwei Wohnhäusern auf dem Gelände neben der Barockkirche St. Cäcilia. Von Claudia Bechthold

Der Weg zum Pfarrheim zwischen der Kirchhofmauer von St. Cäcilia und dem rechts liegenden Haus der Musik sowie der Stadtbücherei ist zu schmal, um diesen mit großen Baufahrzeugen zu befahren. Jetzt wird überlegt, die Kirchhofmauer zu versetzen. - Fotos (2): clb
Der Weg zum Pfarrheim zwischen der Kirchhofmauer von St. Cäcilia und dem rechts liegenden Haus der Musik sowie der Stadtbücherei ist zu schmal, um diesen mit großen Baufahrzeugen zu befahren. Jetzt wird überlegt, die Kirchhofmauer zu versetzen. © clb

Jetzt werden Überlegungen bekannt, mindestens für die Bauzeit die Kirchhofmauer abzureißen und – um 87 Zentimeter versetzt – wieder aufzubauen. Auch für den Kirchplatz hätte das Folgen. Die nördliche Mauer, die zur Kirche St. Cäcilia gehört, könnte – möglicherweise – versetzt werden. Der Grund dafür ist das Bauvorhaben der katholischen Kirche auf dem hintenliegenden Grundstück, auf dem derzeit noch das Pfarrheim steht. Um dieses Gebäude abreißen und neue Häuser hinstellen zu können, benötigt man eine Zufahrt für Baufahrzeuge. In der Folge müsste zudem auf dem Kirchplatz jene Platane gefällt werden, die direkt neben dem Haus der Musik steht.

Zwei Wohnhäuser mit insgesamt sieben Wohnungen sowie ein neues Pfarrheim sollen auf dem Gelände entstehen (wir berichteten). Für dieses Vorhaben der katholischen Pfarrgruppe ist derzeit ein Bebauungsplan in Arbeit.

Genehmigung erforderlich

Da nicht nur die Balthasar-Neumann-Kirche, sondern das gesamte Ensemble mit dem früheren Friedhof unter Denkmalschutz stehen, bedarf es einer Genehmigung. Auf Anfrage antwortet Dr. Katrin Bek vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen in Wiesbaden: „Es ist richtig, dass die nordöstliche Ecke der Kirchhofmauer um 87 Zentimeter nach Süden versetzt werden soll, um auch in Zukunft die Zufahrt der Feuerwehr auf die hinter der Kirche liegenden Grundstücke zu gewährleisten. Unter der Voraussetzung, dass die Mauer nach dem Vorbild der alten Mauer unter Verwendung der originalen Bausubstanz wieder aufgebaut wird, haben wir dem Antrag aus sicherheitstechnischen Gründen zugestimmt. In der Konsequenz bedeutet dies, dass die nördliche Mauer auf einer Länge von 15 Metern leicht verschwenkt wird.“

Pfarrer Martin Weber und Bürgermeister Halil Öztas haben mit einer gemeinsamen Erklärung auf die Anfrage reagiert: „Es werden derzeit eingehende Gespräche mit der Stadtverwaltung geführt. Das gemeinsame Ziel ist es, das Vorhaben rechtssicher zu gestalten und mit den minimalsten Eingriffen in die öffentlichen Flächen sowie den geringsten Belastungen für die Nachbarn durchzuführen. In diesem Zusammenhang werden verschiedene Möglichkeiten und Szenarien für die Einrichtung des Baustellenverkehrs und die Zufahrt für die Feuerwehr sowie Brandschutzthemen diskutiert. Final beschlossen ist derzeit noch nichts.“ Die Genehmigung zur Versetzung der Kirchhofmauer habe man vorsorglich eingeholt, eine Entscheidung sei noch nicht getroffen.

Es könne auch andere Lösungen geben, versichert auch Architekt Marcus Schmitt, der als Gewinner des Architektenwettbewerbs für die Planung zuständig ist. Mehr wollte er nicht dazu sagen, da er „keine Mutmaßungen in die Welt setzen will“.

Auch zu den möglichen Veränderungen für den Kirchplatz wollte man sich nicht äußern. Eventuell könne die Platane stehen bleiben, meint Herbert Margraf, der sich ebenfalls um das Projekt bemüht. Vorstellbar sei auch, dass der Baustellenverkehr quer über den Kirchplatz geleitet werde, dann müsse jene Platane nicht gefällt werden, ergänzt er. Zudem könne ja auch über eine anschließende Neugestaltung des Platzes nachgedacht werden.

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