Mehr Öffentlichkeit erwünscht

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Am Bahnhof starteten die sozialdemokratischen Wanderer, um über Umwege zum Horst-Schmidt-Haus zu gelangen.

Heusenstamm - Seit April 2007 leitet Roza Bering das Seniorenheim Horst-Schmidt-Haus der Arbeiterwohlfahrt. Die Sanierung des Gebäudes an der Herderstraße stand daher stets im Mittelpunkt ihrer Tätigkeit. Von Claudia Bechthold

Die Bauarbeiter sind inzwischen weg, der Alltag ist in den zum Teil völlig umgestalteten Räumen wieder eingekehrt. „Sicher, wir finden fast jeden Tag noch irgendeine Kleinigkeit, bei der nachgebessert werden kann“, sagt Roza Bering. Aber dennoch seien alle sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Umbaus. Sie hoffe, fügt sie gleich noch hinzu, dass die Bewohner und deren Angehörige dies genauso sehen.

Seit der Bau fertig ist, stehen regelmäßig Besuchergruppen vor den Türen des Horst-Schmidt-Hauses, die sich das sanierte Gebäude ansehen wollen. So wie am Sonntag Mitglieder der Heusenstammer SPD, die das Alten- und Pflegeheim zum Ziel ihrer alljährlichen Winterwanderung erkoren hatten.

Etwa die Hälfte der 130 Bewohner leidet unter Demenz

Roza Bering ließ es sich nicht nehmen, die Gruppe selbst im „Café Sinfonie“ im Erdgeschoss des Hauses zu begrüßen. „Wir freuen uns über das Interesse an unserem Haus“, betont die Leiterin. Man sei sehr daran interessiert, dass das Heim mehr ins öffentliche Interesse rücke. „Wir wollen uns viel mehr nach außen öffnen“, sagt Bering. Auch im Café, das jeden Tag geöffnet ist, sei jeder Gast willkommen, ob er Angehörige besuche oder einfach nur einen Kaffee trinken wolle. „Wir wollen Teil des städtischen Lebens sein“, fügt sie noch hinzu. Gedacht werde auch an Patenschaften für Bewohner mit Privatpersonen und den Kirchen.

Etwa die Hälfte der 130 Bewohner leide unter Demenz oder dementiellen Veränderungen, beantwortete Bering eine von vielen Fragen der Genossen. Natürlich sei für diese Patienten eine intensivere Betreuung notwendig. Unterstützung erfahre das Haus dabei vom Förderverein Lebensbilder. Dennoch könne man diesen Menschen nicht die Aufmerksamkeit widmen, die man sich eigentlich wünsche. Ein wenig mehr auf seelische Bedürfnisse der Demenz-Patienten eingehen möchte man mit einem Projekt, das demnächst verwirklicht werden soll. Mit Licht- und Aromatherapie sowie Massageangeboten will man beruhigend und entspannend auf sie einwirken.

Schwesternwohnheim soll noch 2011 umgebaut werden

107 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kümmern sich um die 130 Bewohner. Dazu kommen Auszubildende und junge Leute im Freiwilligen Sozialen Jahr. „Wir würden gern mehr junge Menschen zu Altenpflegern ausbilden“, sagt Roza Bering, denn Fachkräfte seien gesucht. Im April zum Beispiel werde wieder ein Ausbildungplatz frei.

Das verwaiste Schwesternwohnheim in der unmittelbaren Nachbarschaft soll noch in diesem Jahr umgebaut werden zu einem Haus mit betreutem Wohnen. Ebenfalls leer steht derzeit die ehemalige Tagesstätte auf dem Gelände an der Herderstraße. Ideal, so Bering, wäre es, wenn dort eine Arztpraxis und eine Krankengymnastikpraxis einziehen könnten.

Angetan waren die sozialdemokratischen Gäste von den hellen Räumen, den gemütlich eingerichteten Gemeinschaftsräumen und den beiden Wohngruppen für jeweils 10 bis 11 Personen. Es gibt 31 Doppel- und 69 Einzelzimmer. Das Haus bewege sich nach der Sanierung auf einem vertretbaren Preislevel, das erheblich unter dem vergleichender Einrichtungen in Frankfurt liege.

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