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Warum bald Autos mit 360-Grad-Kameras durch Heusenstamm fahren

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Von: Joshua Bär

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Heusenstamm soll eine „Smart City“ werden. Dazu werden ab dieser Woche sämtliche Straßen, Plätze und Gebäude für ein digitales Abbild gefilmt.

Heusenstamm – Die gesamte Stadt als digitales Abbild auf den Rechnern der Verwaltung. Das ist das Ziel des seit dieser Woche laufenden Projekts „digitaler Zwilling“. Dabei werden sämtliche Straßen, Plätze, oder Gebäude von einer Kamera erfasst und in eine Datenbank gespeist. Der „digitale Zwilling“ ist laut Bürgermeister Steffen Ball das Herzstück einer „Smart City“, zu der Heusenstamm (Kreis Offenbach) werden soll. In der „intelligenten Stadt“ sind Energie, Stadtplanung oder Verwaltung so miteinander vernetzt, dass sie Verfahren vereinfachen und so für die Bürgerinnen und Bürger mehr Lebensqualität schaffen, sagt der Rathauschef.

Mit einer 360-Grad-Kamera auf dem Dach erfasst das Auto der niederländischen Fachfirma sämtliche Straßen, Häuser oder Ampeln in Heusenstamm.
Mit einer 360-Grad-Kamera auf dem Dach erfasst das Auto der niederländischen Fachfirma sämtliche Straßen, Häuser oder Ampeln in Heusenstamm (Kreis Offenbach). © Beexact

Mit der Kamera durch Heusenstamm (Kreis Offenbach): „Digitaler Zwilling“ soll Bauplanung erleichtern

„Bisher gibt es von Heusenstamm keine maßstabsgetreue digitale Abbildung“, sagt Ball. Zwar könnten sich die städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Bürgerinnen und Bürger auf Plattformen wie Google Maps oder dem BürgerGis des Kreises Offenbach am Computer durch die Straßen bewegen, dies allerdings nur per Luftbild. Mit dem „digitalen Zwilling“, erstellt durch die niederländische Firma beexact, soll dies auch dreidimensional möglich sein. „Der Unterschied zu Google Maps oder den BürgerGis ist, dass wir die Fläche auch in der Höhe erfassen“, informiert Ball. Damit das digitale Abbild der Stadt detailgetreu in den Datenbanken der Verwaltung landet, fährt seit dieser Woche ein Fahrzeug mit einer auf dem Dach montierten 360-Grad-Kamera durch die Straßen der Schlossstadt. Gesichter sowie Autokennzeichen werden verpixelt, teilt die Stadt dazu mit.

Von dem Pilotprojekt verspricht sich Ball unter anderem eine schnelle und leichtere Planung – zum Beispiel bei Bauprojekten. Mit dem dreidimensionalen Abbild sei es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtplanung möglich, Bauvorhaben vom Büro aus zu bewerten. „Da der ,digitale Zwilling‘ auch die Höhe erfasst, können sie sehen, ob sich das geplante Gebäude in die Umgebung einbettet oder nicht“, informiert Ball. Die Datenbank wird allerdings noch viel umfangreicher. So erfasst das Fahrzeug auch alle Ampeln, digitalisiert Bürgersteige und Radwege, listet Standorte von Verteilerkästen sowie Mülleimern auf und führt die verschiedenen Baumkategorien auf.

„Digitaler Zwilling“ soll Vorteile für die Verwaltung in Heusenstamm (Kreis Offenbach) bringen

Welche Vorteile die digitale Version Heusenstamms für die Verwaltung hat, verdeutlicht Ball an einem Beispiel: „Wenn jemand im Rathaus anruft und mitteilt, dass er oder sie an einer bestimmten Stelle einen Mülleimer installiert haben möchte, können sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihren Büros die Stelle ansehen und entscheiden, ob er dort nötig ist.“ Praktisch sei die Technik auch, um Straßenmarkierungen zu untersuchen. Auf den hochauflösenden Bildern sei deutlich zu sehen, an welcher Stelle frische Farbe benötigt wird. „Das vereinfacht die Arbeit bei der Stadtplanung erheblich“, lobt Ball den „digitalen Zwilling“.

Neu-Isenburg (Kreis Offenbach) ist auf dem Weg zu einer „Smart City“: Die Kommune will die digitale Technik stärker nutzen. Das Projekt nimmt nun Gestalt an.

Mehrere Wochen würden die Aufnahmen dauern, sagt der Rathauschef – ein genaues Enddatum nennt er allerdings nicht. Auch bei den Kosten bleibt er vage, verrät aber, dass sie „unter 3000 Euro liegen“. Genaueres werde er in den kommenden Wochen bekannt geben.

Dann sollen auch die Bürgerinnen und Bürger erfahren, wie sie die erhobenen Daten nutzen können. Die Verwaltung plant laut Bürgermeister Ball dazu ein eigenes Webportal. (Joshua Bär)

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