Mit Anreizen Personal gewinnen

Ein Dutzend neue Mitarbeiter für Betreuungseinrichtungen der Stadt Heusenstamm

Neue Gesichter: Bürgermeister Halil Öztas (rechts) freut sich über Mitarbeiterzuwachs bei den Betreuungseinrichtungen der Stadt.
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Neue Gesichter: Bürgermeister Halil Öztas (rechts) freut sich über Mitarbeiterzuwachs bei den Betreuungseinrichtungen der Stadt.

„Ich bin 48 Jahre alt und Speditionskauffrau, zuletzt selbstständig, und hatte Lust auf was Neues.“ Und dieses Neue ist für Stefanie Kamal eine Stelle als Praktikantin für den Erzieherberuf in der Kita Wiesenbornweg. Insgesamt begrüßten die Betreuungseinrichtungen der Stadt in diesen Tagen ein Dutzend neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Einige von ihnen hat Heusenstamms Bürgermeister Halil Öztas gestern im Rathaus getroffen.

Heusenstamm – Evelyne Deelmann ist Jahrespraktikantin im Kinderhaus Murmel. Die 37-Jährige stammt aus Kenia und kam als Au-pair-Mädchen nach Hessen, war später am Flughafen tätig, hat selbst zwei Kinder und lebt heute in Rödermark. Sie bereitet sich auf den Beruf der Erzieherin vor und wählte Heusenstamm, weil sie außerhalb ihres Wohnorts tätig sein möchte.

Eine ähnlich vielfältige Biografie kann Pedro Romero vorweisen. Der 42-jährige Maschinenbauer arbeitete 25 Jahre bei einem Autozulieferer. Als der schloss, musste sich der Vater eines achtjährigen Sohns neu orientieren.

„Die IT-Branche war nichts für mich“, berichtet Crizelle Manongsong von ihren Erfahrungen, sie wuchs auf den Philippinen auf. Als Au-pair betreute sie bereits Sprösslinge von Familien in der Schweiz, in Dänemark und in Dreieich. Beide Anwärter sind jetzt Auszubildende bei den Schlossgespenstern und in der Kita Rembrücken.

Bereits in diesem Stadium werden sie entlohnt, auch während des Unterrichts in der Fachschule, betont Öztas. „Die Internationalität der neuen Mitarbeiter macht mir Spaß“, unterstreicht er mit Blick auf die unterschiedlichen Herkunftsländer. „Der Betreuungsbedarf steigt, wir haben viel neu gebaut und umgebaut. Jetzt brauchen wir mehr Personal, dazu müssen wir Anreize schaffen, um Kräfte nach Heusenstamm holen zu können.“

Mit Personalrat und Gleichstellungsbeauftragter wurde ein Bewerbungs- und Einstellungsverfahren entwickelt, die Entscheidung über eine Einstellung dem Bürgermeister übertragen. „Das geht viel schneller, Bewerber können sofort mit einer Hospitation beginnen und beide Seiten können zeitnah sehen, ob sie und die Konzepte zueinander passen.“

„Praxisintegrierte vergütete Azubis“ sind jetzt auch Sarah Bärmann im Hort Kinderburg, Simone Deckert (Kinderhaus Murmel), Dicle Sanli (Rembrücken), Vanessa Stottko und Nico Fröhlich (Kita Rudi). Praxiserfahrungen für ihren Einsatz als Sozialassistentin sammeln Noah Metzger am Wiesenbornweg sowie Lena Pulcher und Alexander Christoph als Absolventen eines dualen Studiengangs an der Adalbert-Stifter-Schule. Heusenstamm habe als eine der ersten Städte in der Region in die Ausbildung von Personal für Kindergärten investiert, betont der Rathauschef. So verfüge die Kommune jetzt über ein „qualitativ starkes Angebot“. Um weitere Fachkräfte zu gewinnen, ließ die Stadt zudem einen Werbefilm produzieren, den Janka Peters, die Pädagogische Leiterin im Rathaus, als „Weltpremiere“ im Sitzungssaal vorgeführt hat.

Die Einrichtungen gefallen im Video mit sehr viel Platz und viel Grün. Und „die Stadt ist ein besonderer Arbeitgeber, der viel Raum zur freien Gestaltung gibt, Hilfe und Unterstützung“ leiste, schwärmt ein Erzieher. Öztas unterstreicht seine Wertschätzung für die Kollegen im Betreuungsdienst. In näherer Zukunft werde er weitere Pädagogen präsentieren können. Über eine Agentur gewann der Fachbereich neun junge Leute aus Spanien mit sehr guten Deutschkenntnissen. (Von Michael Prochnow)

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