Wegen Müllentsorgung

 Handwerker sind sauer

Heusenstamm - Unmut über die Stadt hegen derzeit viele Heusenstammer Handwerker. Bislang konnten sie gegen ein Entgelt ihren Müll, der zum Beispiel an Baustellen anfällt, zum Bau- und Wertstoffhof an der Rembrücker Straße bringen. Doch damit ist es nun vorbei. Von Claudia Bechthold 

Seit Jahresbeginn gilt eine neue Satzung, mit der die Annahme von Abfall, der nicht aus privaten Haushalten stammt, ausgeschlossen wird. „Wir sind der Meinung, dass wir als Kleinhandwerker die Möglichkeit haben sollten, mal einen oder zwei Eimer mit Abfällen innerhalb Heusenstamms zu entsorgen“, klagt ein Handwerksmeister, der nicht namentlich genannt sein will. Enttäuscht seien er und seine Kollegen, mit denen er derzeit in regem Kontakt stehe, weil die bisherige Regelung, nach der die Abgabe gewerblichen Mülls im Bauhof möglich war, „ohne vorherige Absprache mit uns einfach abgeschafft“ worden sei.

Was die Stadt da jetzt von den Handwerkern verlange, sei sehr umständlich. Denn den Handwerkern werde ein Merkblatt in die Hand gedrückt, mit dem sie auf Wertstoffhöfe in Neu-Isenburg, Offenbach und Mühlheim hingewiesen werden. Dort könnten sie, gegen entsprechende Gebühr, ihren Müll abgeben. „Wenn wir dafür höhere Beträge bezahlen müssen, dann werden wir diese Kosten auf unsere Kunden umlegen müssen“, sagt der Handwerksmeister. Verständnis für die neue Haltung der Stadt habe er ja, wenn es um Betriebe gehe, die große Mengen Abfall anliefern. „Aber bei unseren Kleinmengen?“

Wer bezahlt?

Ähnlich äußert sich auch Jochen Friedrich vom Gewerbeverein, bei dem ebenfalls die Klagen vieler Mitgliedsbetriebe zu diesem Thema eingehen. So berichtet Friedrich, wollte ein Handwerker etwa seinen Abfall ans Müllheizkraftwerk an der Dietzenbacher Straße bringen, müsste n vor allem lange Wartezeiten einkalkuliert werden. „Und wer bezahlt uns das?“

Dieses neue Verbot sei „ein Blödsinn“, meint Friedrich, und sucht gemeinsam mit dem Vorstand des Gewerbevereins nach einer Lösung des Problems. So soll heute Abend während einer Vorstandssitzung des Gewerbevereins beraten werden, ob man der Stadt nicht einen Kompromiss vorschlagen könne. Dabei sei man ja auch bereit, einen etwas höheren Preis zu bezahlen.

Gerade erst angehoben haben die Stadtverordneten die Gebühren für die Abfuhr von Restmüll. In diesem Zusammenhang änderte das Stadtparlament auf Vorschlag des Magistrats auch jenen Passus der Abfallsatzung, der die Abgabe von Müll im Bau- und Wertstoffhof regelt.

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Erster Stadtrat Uwe Michael Hajdu begründet diese Entscheidung in erster Linie mit den Kosten: „Wir verlangen von jedem Bürger, der privat mal etwas Müll auf den Bauhof bringt, je Kofferraum fünf Euro. Das galt bisher auch für Gewerbetreibende. Aber diese Gebühr deckt nicht die Kosten. Diese werden vielmehr über die allgemeinen Müllgebühren mitfinanziert.“ Gewerbetreibende seien nach den gesetzlichen Vorgaben nicht gezwungen, ihren Müll von der Stadt Heusenstamm entsorgen zu lassen. Sie könnten sich vielmehr auf dem freien Markt einen Entsorger aussuchen.

Bislang habe man die Abgabe gewerblichen Mülls im Bauhof geduldet. Aber die Solidargemeinschaft zahle dafür. Und man wolle ohnehin weniger Hausmüll über den Bauhof entsorgen. „Wir würden gern einen Weg finden, wie wir in begrenztem Rahmen Kleinmengen unseres Mülls weiterhin zum Bauhof bringen können“, sagt der Handwerksmeister. Schließlich zahlten sein Betrieb und seine Kollegen ja auch Gewerbesteuer. Da hätte es ja durchaus auch mal ein positives Signal von der Stadt in dieser Angelegenheit geben können, meint er. Der Gewerbeverein jedenfalls will das Gespräch mit den Zuständigen in der Stadtverwaltung suchen.

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