Abfallgebühren steigen erstmals seit 2015 wieder leicht

Müllabfuhr wird teurer

Heusenstamm – Erstmals seit rund fünf Jahren müssen die Heusenstammer für die Abfuhr des Mülls wieder tiefer in die Taschen greifen. VON CLAUDIA BECHTHOLD

Ein Minus bei der Abrechnung für das Jahr 2018 sowie höhere Kosten für den Wertstoffhof machten diese Angleichung der Gebühren notwendig, hatte Erster Stadtrat Uwe Michael Hajdu den Mitgliedern des Bauausschusses der Stadtverordnetenversammlung erläutert. Die Ausschussmitglieder empfahlen dem Stadtparlament einstimmig bei einer Enthaltung der AfD, der Vorlage des Magistrats zuzustimmen.

Die Jahresgebühr für einen 60-Liter-Behälter (Ein- und Zwei-Personen-Haushalte) für Restmüll steigt damit von bisher 103,84 Euro auf 110,92 Euro. Für die 80-Liter-Tonne (Drei-Personen-Haushalte) müssen von 2020 an 147,88 Euro statt bisher 138,48 Euro bezahlt werden. Und die Abfuhr der 120-Liter-Gefäße für Haushalte mit vier Personen kostet künftig 221,84 Euro statt 207,72 Euro.

Zum Vergleich: Im Jahr 2014 mussten für eine 120-Liter-Tonne noch 275,24 Euro bezahlt werden, im Jahr davor 238,06 Euro. Damit liegen die neuen Gebühren noch unter jenen im Jahr 2013. 2015 und 2017 konnten diese Abgaben jeweils gesenkt werden.

Gebührenhaushalte müssen von den Kommunen nach den gesetzlichen Vorgaben stets ausgeglichen geführt werden. Das bedeutet, eventuelle Verluste, aber eben auch Gewinne müssen in die Gestaltung der Abgaben einfließen.

Die Container-Aufstellung und -Abfuhr auf dem Wertstoffhof in der Straße Am Zwerggewann habe man in diesem Jahr neu ausschreiben müssen, berichtete Hajdu. Nach den Ergebnissen der Ausschreibung sei klar, dass dieser Posten um 80 000 Euro höher anzusetzen gewesen sei als bisher. Außerdem habe die Abrechnung für das vergangene Jahr eine Unterdeckung in Höhe von 25 000 Euro ergeben. Der Gebühren haushalt für die Abfallentsorgung hat einen Umfang von etwa 1,53 Millionen Euro.

Die Senkung der Abgaben in den vergangenen fünf Jahren sei vor allem eine Folge einer Aktion im Jahr 2014 gewesen, berichtet der Stadtrat. Damals hatte die Stadt all jene Bürger aufgefordert, ihre Tonnen zu tauschen, deren Volumen zu gering war, weil im jeweiligen Haushalt mehr Personen leben als es die Gefäßgröße annehmen ließ. Herausgestellt hatte sich diese „Unterversorgung“ durch die flächendeckende Einführung der Biotonnen.

In den Berechnungen für die neuen Gebühren noch nicht enthalten sind weitere rund 10 000 Euro, um die sich die Abfuhr des Biomülls im nächsten Jahr verteuern werde. Hajdu: „Diese Mitteilung erreichte uns aber erst, nachdem der Magistrat den neuen Müllgebühren bereits zugestimmt hatte. Wir haben uns daher entschieden, diesen Betrag nicht noch einzurechnen.“ Denn dann hätte man die Vorlage zurückziehen, neu einbringen und darüber neu abstimmen lassen müssen. „Bei einem Haushaltsumfang von 1,5 Millionen Euro kann man einen Betrag in dieser Höhe durchaus abfangen“, versichert er.

Am Mittwoch, 6. November, ab 19 Uhr soll das Stadtparlament im Schlossrathaus dann endgültig über die Vorlage abstimmen.

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