Tipps für Eltern

Dem Nachwuchs die Corona-Situation erklären

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Wie kann man verhindern, dass beim Nachwuchs ohne Kindergarten Langeweile aufkommt?

Wie erklärt man Kindern, was Corona ist? Eine Heusenstammer Psychologin berichtet aus dem dem Alltag mit Kindern und gibt Eltern Tipps. 

Heusenstamm – Seit rund einer Woche sind Schulen und Kitas wegen der Corona-Krise bereits geschlossen, der Nachwuchs ist zu Hause bei Mama und Papa. Eine ungewohnte Situation für Eltern und Kinder, in der sich alle erst einmal an den neuen Alltag gewöhnen müssen.Denn während der Nachwuchs auf der Suche nach Beschäftigung ist, müssen sich viele Eltern neben der Kinderbetreuung gleichzeitig auf die Arbeit konzentrieren. Da sind Konflikte vorprogrammiert.

Wie das Leben zwischen Arbeit und Kinderbetreuung zu Hause ist, berichtet die Psychologin Kerstin Menz auf der Internetseite ihrer Praxis unter praxis-mensana.de (wir berichteten). In ihrem Blog gibt die Heusenstammerin Eltern zudem Tipps, wie sie den Alltag abwechslungsreich gestalten können, sodass beim Nachwuchs keine Langeweile aufkommt.

„Das öffentliche Leben kommt langsam zum Erliegen“, schreibt Menz. Viele kleine Geschäfte versuchen, schnell auf Online-Bestellung umzustellen, und die ersten Waren werden mit dem Fahrrad ausgeliefert. Auch die neu gelebte Situation im Hause Menz beginnt langsam in Routine überzugehen. „Wir helfen unseren Kindern, ihre Freunde weiterhin zu sehen, indem wir Videochats einrichten“, beschreibt die Mutter dreier Kinder. Und entdeckt dabei Parallelen zur eigenen Jugend: „Sie quatschen genauso endlos wie wir vor 30 Jahren, nur mit dem Unterschied, dass wir an den Telefonen hingen und je nach Länge der Telefonschnur der Radius und die Privatsphäre begrenzt war“, schreibt sie. Mit kleinen selbst gedrehten Videos hält die Familie auch die Großeltern auf dem Laufenden.

Zwar versuche sie, bei der Mediennutzung des Nachwuchses die Mischung zwischen sinnvoller Nutzung und freier Beschäftigung gleich zu halten, die tägliche Zeit vor dem Bildschirm habe jedoch unausweichlich zugenommen.

Es gebe jedoch auch sinnvolle Angebote, erläutert Kerstin Menz und empfiehlt Eltern je nach Alter der Kinder etwa die Seiten br.de/alphalernen oder wdrmaus.de. Auf letzterer bekommen die Kinder auch Fragen zum Coronavirus beantwortet.

Dies, so erläutert die Psychologin, sei in der derzeitigen Situation auch wichtig. Man sollte den Kindern durchaus erklären, warum die aktuellen Maßnahmen wichtig sind. „Dabei sollte man aber auch das Alter berücksichtigen, zum Beispiel würde ich bei Kindergartenkindern Worte wie ,tödlich‘ natürlich vermeiden“, erläutert sie. Auch Kleineren könne man jedoch erklären, dass etwa der Abstand zu Ältern dem Schutz vor Ansteckung dient. „Man sollte aber auch nichts beschönigen oder bei den Kindern falsche Hoffnungen wecken, dass das alles schnell vorbei geht“, betont sie. „Kinder merken Eltern ihre Besorgnis ohnehin an.“

Mehr Details rund um das Virus und die Beschränkungen bräuchten hingegen vor allem pubertierende Teenager. Denn das typische rebellische Verhalten während der Pubertät und die damit verbundene Ablehnung von Regeln seitens der Eltern sei gerade in dieser Situation für viele Eltern der Horror daheim. „Da braucht es aktuell sogar noch ein wenig mehr Verständnis als sonst, etwa für das Bedürfnis der Teenager, mehr mit Freunden zu chatten zu dürfen“, erläutert Kerstin Menz.

VON THOMAS HOLZAMER

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