Neuartige Pflegeliegen

Das Bett „ruft“ nach Hilfe

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Michael Boddenberg (links), Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, im Gespräch mit Daniel Bauer, dem stellvertretenden Fachbereichsleiter „Senioren“ bei der Awo Hessen-Süd.

Heusenstamm - Das Horst-Schmidt-Haus der Arbeiterwohlfahrt (Awo) genießt einen guten Ruf. Mehr als 131 alte Menschen leben in dem Zentrum an der Herderstraße, werden gepflegt und betreut.

Jetzt hat der Träger völlig neuartige Betten angeschafft, von denen Bewohner genauso profitieren wie der Pflegedienst. Diese Betten haben ganz viele Vorteile. Roza Bering, Leiterin des Horst-Schmidt-Hauses der Arbeiterwohlfahrt (Awo) an der Herderstraße gerät regelrecht ins Schwärmen. Diese Anschaffung sei eine große Erleichterung für alle Beteiligten. Vier dieser neuartigen Betten hat das Seniorenzentrum in der Schlossstadt bereits erhalten. Weitere werden kommen. So lassen sich diese Liegen in ganz viele verschiedene Stellungen bringen – je nach der Erkrankung der Patienten, die darin liegen. „Für einen Patienten mit einer Herzerkrankung benötigen wir eine andere Einstellung als für einen Patienten mit Wassereinlagerungen“, erläutert Roza Bering. Zusammen mit speziellen Matratzen könne man durch veränderte Positionen zudem Liegegeschwüren (Dekubitus) vorbeugen.

Einfacher und bequemer für die Patienten seien zudem auch verschiedene Sitzpositionen, in die man diese Betten bringen könne. „So rutscht man nicht mehr nach unten“, sagt sie. Das sei wichtig beim Essen. Und es sei nun viel einfacher, einem Pflegebedürftigen auch mal einen Blick aus dem Fenster zu gönnen.

Zusätzlich gibt es nun Matten, die unter die Matratzen gelegt werden können. „Diese sind mit Sensoren ausgestattet, die man mit unserer Rufanlage koppeln kann“, beschreibt Roza Bering deren Vorteile. Steht ein Patient nachts auf, um auf die Toilette zu gehen, geht zunächst automatisch das Licht an, damit sich die Betroffenen besser orientieren können. Und kehrt der Patient nach einer vorher festgelegten Zeit nicht wieder zurück, alarmiert „das Bett“ die Schwester, die sofort nachsehen kann. „Das kann man sogar so einstellen, dass der Alarm auslöst, sobald jemand das Bett verlassen will.“ So könnten zum Beispiel Stürze verhindert werden.

Wobei Sturzvorbeugung ohnehin ein wichtiges Thema ist im Horst-Schmidt-Haus. So trainiere Berta Sohni mehrmals in der Woche diese Prophylaxe. Und in den Wohngruppen gebe es Trainer für einen sicheren Gang.

Erster Eindruck zählt - Das richtige Pflegeheim finden

Michael Boddenberg, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, zählte zu den ersten, die sich jetzt über die neuartigen Pflegebetten informieren konnten. Er besuchte gemeinsam mit dem Referenten der Landtagsfraktion, Maximilian Gatzer, das Zentrum an der Herderstraße.

Die Leiterin des Fachbereichs Senioren bei der Awo Hessen-Süd, Saadet Sen, stellte dem Landespolitiker die neue Generation an Pflegebetten vor. Das Horst-Schmidt-Haus verzichtet schon seit vielen Jahren auf so genannte „freiheitsentziehende Maßnahmen“. Das bedeutet, dass Bewohner zum Beispiel nicht im Bett fixiert werden. Die zusätzliche Sensorausstattung der Betten unterstütze diesen Verzicht auf solche Maßnahmen gerade bei Bewohnern, die nachts ihr Bett häufiger verlassen und desorientiert oder sturzgefährdet sind. Und auch für die Pflegekräfte bringen die neuen Betten körperliche Erleichterungen, betonte Saadet Sen weiter. So kann die Betthöhe während der Pflege so verändert werden, dass rückenschonendes Arbeiten möglich ist. (clb)

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