Kita und Café im Alten Ort 

Neue Alternative für Pfarrheim-Gelände neben St. Cäcilia

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Der Pfarrheim-Komplex (linker unterer Bildrand) neben der Barockkirche St. Cäcilia aus der Vogelperspektive.

Heusenstamm - Neun Jahre währt mittlerweile die Diskussion über die Zukunft des Pfarrheims der katholischen Gemeinde St. Cäcilia. Nun gibt es eine weitere Idee, wie das Grundstück mitten im Alten Ort direkt neben der Balthasar-Neumann-Kirche genutzt werden könnte. Von Claudia Bechthold 

„Es ist nur eine Idee, es gibt noch keine konkreten Planungen oder ähnliches.“ Bürgermeister Halil Öztas wird nicht müde, dieses immer wieder zu betonen. Aber man gehe ganz bewusst schon jetzt an die Öffentlichkeit, weil man diese Idee möglichst weitreichend weiterentwickeln wolle, bevor Entscheidungen getroffen werden.

Es geht um das Gelände neben der Kirche St. Cäcilia im Alten Ort. Derzeit stehen dort zwei miteinander verbundene Pfarrheime, die nach dem Willen der Pfarrgemeinde schon seit Jahren abgerissen sein sollten. Geplant war bisher, dort zwei Wohnhäuser und ein – kleineres – neues Pfarrheim zu errichten. Warum dies noch nicht geschehen ist, hat vielerlei Gründe. Unter anderem war diese Planung nicht überall auf Zustimmung gestoßen.

Nun habe er gemeinsam mit Pfarrer Martin Weber eine Alternative zur bisherigen Planung entwickelt, die bei allen bisher eingeweihten Gremien auf Zustimmung gestoßen sei, berichtet der Bürgermeister. Man könne auf diesem Gelände eine Art Familienzentrum entstehen lassen mit einem Kindergarten, mit Platz für die Schulkindbetreuung der benachbarten Adalbert-Stifter-Schule, mit Beratungsangeboten etwa für Senioren und natürlich auch mit Raum für eine Nutzung durch die Pfarrgemeinde selbst. Abreißen müsse man die bestehenden Gebäude allerdings in jedem Fall.

„Wir hatten vor einiger Zeit die Anfrage eines Investors, der das neuere Pfarrheim sanieren und nutzen wollte“, erläuterte Pfarrer Weber zu dieser Frage. Bei entsprechenden Untersuchungen habe sich herausgestellt, im Keller und durch das Dach des Gebäudes sei inzwischen so viel Wasser eingedrungen, dass eine Sanierung viel zu teuer würde.

Wie mehrfach berichtet, hatte sich der Verwaltungsrat der Gemeinde im Jahr 2009 erstmals an die Öffentlichkeit gewandt. weil das 1978 eröffnete „neue“ Pfarrheim – damals an das alte angebaut – zu teuer geworden sei. Vor allem die Energiekosten seien immens, hieß es damals, und es bestehe ein hoher Sanierungsbedarf. Darauf folgte ein langer Prozess, der schließlich in die Entscheidung mündete, den gesamten Gebäudekomplex abzureißen. Zudem war der neuere Teil gesperrt worden, weil man Auflagen des Vorbeugenden Brandschutzes nicht erfüllte.

Es folgten ein Architekten-Wettbewerb, viele Debatten, Änderungen des Siegerentwurfs und immer wieder Verhandlungen auch mit Stadt und Bistum in Mainz. Passiert allerdings ist bisher nichts.

Bilder: Kirchenlauf in Heusenstamm

Heusenstamm wachse, sagt Halil Öztas, die Zahl der Einwohner erreiche bald die 20.000er-Grenze. Aktuell leben nach seinen Angaben 19.883 Menschen in der Schlossstadt, 593 davon mit Nebenwohnsitz. „Da haben wir überlegt, was gebraucht wird“, sagt der Bürgermeister. Kita-Plätze und der Raum für die Schulkindbetreuung, die ja gesetzlich vorgegeben werden soll, seien dabei besonders dringend. Man könne sich aber auch vorstellen, auch ein kleines Café in einen solchen Neubau zu integrieren, dessen Gäste im Sommer im Garten des benachbarten Hauses der Stadtgeschichte sitzen könnten.

„Es gibt viele Ideen, die wir gemeinsam mit allen entwickeln wollen“, versichert Öztas. Als erstes werde man die Anwohner der Altstadt möglichst über diese Alternative informieren, kündigt er an. Martin Weber jedenfalls ist angetan: „Diese Idee sprüht, damit kann man begeistern.“

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