Neue Leitung nach 52 Jahren

René Frank übernimmt Männerschola von Mitgründer Josef Eckstein

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Einen Taktstock für eine formelle Übergabe gibt es nicht: René Frank (links) hat jetzt die Leitung der Männerschola Maria Himmelskron von Josef Eckstein übernommen. 

Josef Eckstein besitzt es noch – sein erstes Kirchengesangbuch. Es stammt freilich aus der Zeit vor dem zweiten Vatikanischen Konzil, in der die Gemeinde in den katholischen Gottesdiensten noch keine große Rolle bei dessen Gestaltung spielte. 

Heusenstamm – Und deshalb enthält es zwar die Liedtexte, aber keine Noten. „Ich bin aufgewachsen in einer Zeit, in der der Priester mit dem Rücken zu den Gläubigen stand und den Gottesdienst auf Latein hielt“, erinnert er sich. Nach 52 Jahren als Leiter der Männerschola der Gemeinde Maria Himmelskron hat er dieses Amt jetzt abgegeben an René Frank.

Nach dem Konzil wurde die Gemeinde viel intensiver an den Gottesdiensten und damit an der Liturgie beteiligt – vor allem mit Gesang. Zur Unterstützung gründete Josef Eckstein – schon damals Organist in der Kirche an der Marienstraße – mit Pfarrer Richard Hofmeister, Franz Koch, Heinz Wietek, Heinz Friedrich und Joachim Planert 1967 die Männerschola. Seitdem hat der frühere Schulleiter und Bürgermeister die Schola auch geleitet. Später ist daraus auch der Kirchenchor Maria Himmelskron entstanden, berichtet der 81-Jährige.

„Bislang habe ich vor allem mehrstimmige Chöre geleitet“

Mit René Frank übernimmt nun erneut ein Heusenstammer die Männerschola. Der 44-Jährige ist Lehrer für Musik und Erdkunde an der Georg-Büchner-Gesamtschule in Rodgau-Jügesheim. Außerdem leitet er drei Chöre, das Jugendblasorchester der JSK Rodgau, ist Mitglied mehrerer Bands und spielt im Wechsel mit fünf weiteren Musikern in Maria Himmelskron die Orgel.

Die Schola ist für ihn eine ganz neue Aufgabe. „Bislang habe ich vor allem mehrstimmige Chöre geleitet“, sagt er. Je nach Zahl der Mitglieder, derzeit sind es neun, kann auch deren Gesang zweistimmig erklingen. Doch dazu ist die Gruppe, deren Aufgabe ja vor allem die Liturgie-Begleitung im Gottesdienst ist, derzeit zu klein. „Aber wir sind offen für Interessierte aus allen Altersgruppen“, fügt er gleich hinzu. Besondere Kenntnisse seien dafür nichtnotwendig, betont er weiter, lediglich der Spaß am Singen. Wer Interesse daran hat, kann sich per Mail an rene.frank@web.de wenden.

Eine Mischung aus Altem und Neuem 

Beim Liedgut will sich René Frank auf das neue Gesangbuch konzentrieren: „Ich komme ja von der Popular-Kirchenmusik, das ist mein Steckenpferd.“ Aber es soll eine Mischung aus Altem und Neuem werden – mit Schwerpunkt auf Letzterem.

Regelmäßig, alle zwei Wochen donnerstags um 19 Uhr, will sich Frank mit den Mitgliedern im kleinen Saal des Pfarrheims in der Marienstraße 16a oder in der Kirche treffen. Das erste ist an diesem Donnerstag, 22. August. In der Vorabendmesse am Samstag, 7. September, um 18.15 Uhr in Maria Himmelskron wird die Schola dann erstmals unter der neuen Leitung zuhören sein.

Josef Eckstein wird dann nicht mehr dabei sein. „Wenn ich aufhöre, höre ich auf und nehme keinen Einfluss mehr“, betont er mit einem Lächeln. Seinen Rat indes hat er angeboten, falls er gefragt wird. Die Leitung der Schola sei für ihn recht arbeitsintensiv gewesen, denn die Auswahl der Texte musste ja stets zur Liturgie passen.

Ein wenig vermissen wird Eckstein die Gruppe dennoch. „Es war immer sehr harmonisch, hatte fast schon einen familiären Charakter“, sagt er. Und man spürt, dass da ein wenig Wehmut mitschwingt.

VON CLAUDIA BECHTHOLD

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