Stadt soll drei Millionen Euro zahlen

Neue Schule für 22 Millionen Euro in Heusenstamm

Zwischen Polizeistation (links) und Wohnhaus am Frankfurter Weg soll die neue Grundschule gebaut werden.
+
Zwischen Polizeistation (links) und Wohnhaus am Frankfurter Weg soll die neue Grundschule gebaut werden.

Die vierte Grundschule in Heusenstamm nimmt Gestalt an. Der Kreisausschuss hat jetzt dem Kreistag empfohlen, der Kostenschätzung sowie dem Entwurf des Darmstädter Architekturbüros Dierks Blume Nasedy für diesen Neubau zuzustimmen. Geplant ist eine Grundschule inklusive Betreuung und Ein-Feld-Sporthalle.

Heusenstamm – Die Gesamtkosten werden nach Angaben des Kreises Offenbach, der Schulträger ist, auf rund 22,4 Millionen Euro geschätzt. Der Kreis selbst soll davon etwa 19,5 Millionen Euro übernehmen. Weitere etwa 2,9 Millionen Euro entfallen auf die Stadt Heusenstamm. Das Gebäude soll auf einem Areal neben der Polizeistation am Frankfurter Weg errichtet werden.

„Der Neubau ist eine Reaktion auf die stetig steigenden Schülerzahlen in Heusenstamm“, sagt Landrat Oliver Quilling. „Durch Nachverdichtung und Neubaugebiete müssen wir mit konstant hohen Schülerzahlen rechnen. Diese können die beiden bestehenden Grundschulen nicht dauerhaft auffangen.“

Nachdem die Stadt Heusenstamm dem Kreis das rund 8 000 Quadratmeter große Grundstück, das auch an die Offenbacher Straße grenzt, zugesagt hat, sei der Weg für die neue Grundschule frei, teilt der Kreis mit. Wie berichtet, wird die Stadt das Areal – nach einem kleineren Grundstückstausch mit den Eigentümern eines angrenzenden Wohnhauses zur Begradigung – zu einem Preis von 30 Euro je Quadratmeter, das sind 234  499,50 Euro, an den Kreis Offenbach verkaufen. Der Quadratmeterpreis sei schon in den 1970er-Jahren für solche Verkäufe festgelegt worden, hatte Bürgermeister Halil Öztas der Stadtverordnetenversammlung im Dezember vor dem Beschluss erläutert.

Das Bauprogramm für das Schulgebäude sieht nach den Angaben der Kreisverwaltung zehn Klassenräume sowie Gruppen-, Werk- und Musikräume vor. Um Schülerinnen und Schüler auch inklusiv beschulen zu können, sind zusätzliche Räume vorgesehen. Dazu kommen Betreuungsräume, eine Mensa und ein Verwaltungstrakt. Die Ein-Feld-Sporthalle, die im Untergeschoss untergebracht wird, stehe neben dem schulischen Bedarf auch dem Vereinssport zur Verfügung. Die gesamte Schule ist barrierefrei konzipiert. Ein Aufzug erschließt das Gebäude. Insgesamt etwa 3 100 Quadratmeter Nutzfläche sollen nach dem Raumprogramm entstehen.

„Die Planung sieht ein dreigeschossiges kompaktes Gebäude vor“, beschreibt Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger die Planung, um die vorhandenen Optionen des Grundstücks, optimal zu nutzen: „Dabei vereinen wir alle Anforderungen an eine moderne Schule, die für einen ganzen Tag konzipiert ist. So sollen Schule und Betreuung in enger Symbiose zusammenarbeiten.“

Die Erweiterung der Räume für die Schulkindbetreuung sei in vorbereitenden Gesprächen mit der Stadt erörtert worden, heißt es weiter. Heusenstamm werde – vorbehaltlich einer Zustimmung in den politischen Gremien der Schlossstadt – auf Basis der „Ein-Drittel-Zwei-Drittel-Regelung“ für diesen Gebäudeteil zwei Drittel der Kosten in Höhe von rund 2,9 Millionen Euro, übernehmen. Das andere Drittel trägt der Kreis.

Die Bauarbeiten am Frankfurter Weg sollen im Herbst dieses Jahres beginnen, kündigt die Kreisverwaltung an. Die neue Bildungseinrichtung soll, wenn alles nach Plan verläuft, zum Beginn des Schuljahres 2023/24 in Betrieb gehen. Damit können dann die derzeit provisorisch erweiterte Otto-Hahn-Schule sowie die Adalbert-Stifter-Schule entlastet werden. (Von Claudia Bechthold )

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare