Neue Baumschutz-Satzung in Kraft getreten

Nicht jeder Stamm darf ungefragt gefällt werden

Der Baumbestand spielt für das Stadtbild – auch im neuen alten Ort – eine große Rolle. Jetzt ist die neue Baumschutz-Satzung in Kraft getreten.
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Der Baumbestand spielt für das Stadtbild – auch im neuen alten Ort – eine große Rolle. Jetzt ist die neue Baumschutz-Satzung in Kraft getreten.

„Für ein gutes Stadtklima“ haben die Stadtverordneten kürzlich eine Baumschutz-Satzung beschlossen, die jetzt in Kraft getreten ist. Damit gibt es nun ein Regelwerk, das vor allem für Garten- und Baumfachbetriebe von Bedeutung ist.

Heusenstamm – Gartenbesitzer wissen, was es bedeuten kann, Bäume auf dem eigenen Grundstück großzuziehen, sie zu erhalten, zu pflegen, zu wässern und ihnen genügend Platz zu geben. Jahrzehnte nach der Pflanzung stehen dann die nächste Generation oder neue Grundstückseigner vor der Entscheidung, sich für den Erhalt ihres Baumes zu engagieren, ihn eventuell umzupflanzen oder ihn, weil er krank oder einfach alt und brüchig ist, zu fällen.

Die Satzung schützt vor allem Bäume mit einem Stammumfang von mindestens 60 Zentimetern oder mehrstämmig ausgebildete Bäume, wenn mindestens ein Stamm einen Umfang von mindestens 50 Zentimetern hat. Der Umfang wird in einer Höhe von einem Meter über dem Erdboden gemessen. Ausgenommen davon sind unter anderem einige Nadelbäume, einige Obstbaum-Arten, Bäume auf Friedhöfen und in öffentlichen Grünanlagen sowie Straßenbäume und Bäume in Kleingärten.

Wer einen Baum, der dieser Satzung entspricht, fällen lassen möchte, muss dies nun bei der Stadtverwaltung beantragen. Dann werden zunächst Fachleute zu Rate gezogen. Besonders bei der Beurteilung der Vitalität und der Gefährdung durch brüchiges Altholz in der Krone kommen Laien oft Zweifel auf, sagen die Fachleute in der Verwaltung. Ziel dabei sei, dass es nach unvermeidlichen Fällungen zu ökologisch sinnvollen Ersatzpflanzungen, vielleicht an einer günstigeren Stelle im Garten oder Hof, komme.

Auch bei der Auswahl der passenden Baumart für eine Ersatzpflanzung stehen die Fachleute von Baumpflegediensten oder Baumschulen in der Region mit Rat und Tat zur Seite: „Je besser die Neupflanzung auf die Standortverhältnisse abgestimmt ist, umso schneller wird die Lücke geschlossen, und die Natur kann sich insgesamt wieder erholen.“ Die Baumschutz-Satzung und den Fällantrag gibt es im Internet auf heusenstamm.de sowie als Ausdruck im Rathaus beim Fachdienst Umwelt.

Für das Stadtbild spiele der Baumbestand eine große Rolle, betont Erster Stadtrat Uwe Michael Hajdu. Mit Hilfe der neuen Satzung könne man Bäume auf privatem Grund und Boden nun noch besser schützen. „Leider gibt es für dieses Konzept nicht nur Beifall, da großgewachsene Bäume subjektiv auch als störend und Schmutz verursachend gesehen werden“, bedauert er. Eine objektive Aufklärung, wann und unter welchen Voraussetzungen Bäume als geschützt anzusehen sind, und was getan werden muss, wenn eine Fällung ansteht, könne nun in der Satzung nachgelesen werden.

Auch im Zusammenhang mit dem Klimaanpassungskonzept werde der Schutz der Bäume explizit aufgeführt. Während der Bürgerbeteiligung dazu habe sich gezeigt, dass es eine breite Akzeptanz für diese Maßnahmen gebe. (clb)

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