Unterricht nicht in Gefahr

Wasserschaden am Adolf-Reichwein-Gymnasium: Noch nicht alle Räume sind trocken

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Das Adolf-Reichwein-Gymnasium: Der A-Bau (in der Mitte, mit Innenhof) war nicht das erste Gebäude der Schule, in dem es zu einem Wasserschaden gekommen ist.

Nach dem Wasserschaden am Adolf-Reichwein-Gymnasium in Heusenstamm sind noch nicht alle Räume trocken.

Heusenstamm – Der Unterricht kann am Montag ganz regulär beginnen. Siegfried Ritter, Direktor des Adolfs-Reichwein-Gymnasiums ist schon ein wenig erleichtert, dass die Renovierungsarbeiten nach dem Wasserschaden während der Ferien, vermutlich ausgelöst durch ein defektes Eckventil, weitgehend beendet werden konnten.

Wie berichtet, hatten sich riesige Mengen Wasser am Wochenende 20. und 21. Juli in Klassenzimmer des Hauptgebäudes (A-Bau) verteilt, waren durch Decken getropft und bis in den Keller gelaufen. „Das muss wie ein tropischer Regenguss gewesen sein“, sagt Ritter, der dankbar ist, dass Nachbarn an jenem frühen Sonntagmorgen reagiert haben, nachdem das Wasser die hausinterne Brandmeldeanlage – verbunden mit einer Sirene und der automatischen Ansage, das Gebäude zu räumen – ausgelöst hatte.

In vier der sechs betroffenen Klassenräume laufen noch die Trocknungsmaschinen – auch in der kommenden Woche. „Aber das können wir abfangen“, meint der Schulleiter. Denn die neuen Fünftklässler, insgesamt 183 Kinder in sechs Klassen, kommen ohnehin erst am Dienstag, sodass für sie am Montag keine Zimmer benötigt werden. Und die Schülerinnen und Schüler, die jetzt in die Jahrgangsstufe elf wechseln, sind von Dienstag an zur Einführung in die Oberstufe für eine Arbeitswoche unterwegs. „Wir müssen in der ersten Woche viel umziehen, aber es wird funktionieren“, ist Ritter überzeugt.

Es war nicht der erste große Wasserschaden am Gymnasium. „Das ist jetzt innerhalb von fünf Jahren zum dritten Mal passiert“, berichtet Siegfried Ritter. So war schon vor wenigen Jahren im B-Bau ein Eckventil an einem Waschbecken defekt. Der Schaden damals sei noch größer gewesen als jener im A-Bau. Und kurz vor den Sommerferien war ein Boiler im C-Bau undicht, ebenfalls mit nassen Folgen. In allen Fällen liege vermutlich ein technischer Defekt vor.

Die Reichwein-Gymnasiasten werden sich im gerade beginnenden Schuljahr ohnehin auf Handwerker und Bauarbeiten einstellen müssen. „Die komplette Schule soll zwischen den Herbst- und den Weihnachtsferien neu gestrichen werden“, erläutert der Direktor. Mehr als 1200 Mädchen und Jungen besuchen das Bildungsinstitut derzeit. Und es werden aller Voraussicht nach noch mehr.

Deshalb sei es bereits im Gespräch, dass auf dem Gelände an der Leibnizstraße ein weiteres Gebäude errichtet wird, kündigt Ritter an. Zehn bis 15 Räume soll dieser Neubau voraussichtlich haben.

Es sei davon auszugehen, dass am Adolf-Reichwein-Gymnasium in den nächsten Jahren weitere Räume benötigt werden, teilt dazu die Sprecherin des Kreises Offenbach, Ursula Luh, auf Anfrage mit. Der Kreis ist als Schulträger auch zuständig für alle baulichen Angelegenheiten in diesem Zusammenhang. Mit den Planungen soll, so Luh weiter, nach heutigem Stand aber erst im Lauf des nächsten Jahres begonnen werden. Dementsprechend könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts Konkretes gesagt werden.

VON CLAUDIA BECHTHOLD

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