Noch viele Hausaufgaben zu machen

Digitaler Bürgerdialog der CDU Heusenstamm zum Familienzentrum St. Cäcilia

Das Pfarrheim St. Cäcilia (links unten) soll abgerissen und durch ein Familienzentrum ersetzt werden.
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Das Pfarrheim St. Cäcilia (links unten) soll abgerissen und durch ein Familienzentrum ersetzt werden.

Das Projekt solle nicht im Wahlkampf zerrieben werden, bat Günther Jakobi während eines digitalen Treffens zum Thema Familienzentrum St. Cäcilia. Knapp 40 Teilnehmer haben an der Video-Konferenz in der Reihe „CDU hört zu“ teilgenommen. Geleitet wurde die Debatte, zu der auch Pfarrer Martin Weber und Jörg Fuhr, Verwaltungsratsmitglied der Pfarrgruppe, zugeschaltet waren, vom Bürgermeisterkandidaten der Union, Steffen Ball.

Heusenstamm – Günther Jakobi, Mitglied des Arbeitskreises, der das Konzept für das geplante Familienzentrum erarbeitet hat, betonte, diese Gruppe habe stets unter der Voraussetzung gearbeitet, dass eine Finanzierung sichergestellt sei. Diese Frage müsse selbstverständlich geklärt sein, aber dies sei die Aufgabe des Stadtparlaments. Für Kita und Schulkindbetreuung seien ja bereits Zuschüsse in Höhe von 90 Prozent der veranschlagten Kosten zugesagt. Und 90 Prozent sei eine Höhe, die es sonst etwa für Kitas nicht gebe. Insgesamt sei das Konzept, zu dem auch eine Begegnungsstätte für Senioren und ein Raum für die Pfarrgemeinde zähle, in sich schlüssig.

Strittig war in der Diskussion vor allem die Frage, ob wirklich mitten in der Altstadt eine weitere Kita benötigt würde. So stellte Teilnehmer Horst Rebell die Frage, ob nicht eher in anderen Teilen der Stadt Plätze in der Kinderbetreuung fehlten. Zumal es bislang kein Verkehrskonzept für das geplante Zentrum gebe und man mit Kitaplätzen an dieser Stelle nur erreiche, dass Kinder mit dem Auto gebracht werden müssten, weil sie nicht in der Nachbarschaft wohnten.

Es sei bei der Überlegung, an der Stelle des heutigen, nicht mehr nutzbaren Pfarrheims ein Familienzentrum zu bauen, auch um die Frage gegangen, wie man dieses Grundstück der Kirche so nutzen könne, dass es kirchlichen und sozialen Zwecken diene, den Menschen in Heusenstamm zugute komme, erläuterte Pfarrer Martin Weber: „Damit kann die Altstadt repariert und belebt werden. Ein solches Begegnungszentrum wäre eine Bereicherung, die wichtig und nachhaltig ist für Heusenstamm.“

Verkehrssituation und Finanzierung müssen noch geklärt werden

Man habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass die CDU an dieser Stelle keine Kita möchte, zumal es eigentlich keinen Platz für ein Außengelände gebe, betonte Paul Sassen, Fraktionschef der Union im Stadtparlament. Grundsätzlich aber sehe die Union Entwicklungspotenzial und sei offen zur Nutzung. Allerdings solle man auch bedenken, ob wirklich alles so benötigt werde: „Auch wenn die Schulkindbetreuung an dieser Stelle wünschenswert wäre, was ist in zehn Jahren, wenn bis dahin die Ganztagsschule eingeführt wurde und diese gar nicht mehr gebraucht wird?“ Deshalb habe man sich Gedanken gemacht und die Idee entwickelt, einen Partner zu gewinnen, mit dem ein inklusives Wohnprojekt neben einer Begegnungsstätte verwirklicht werden könne.

Die Frage der Gesamtfinanzierung müsse geklärt werden, fügte Steffen Ball hinzu. Diese und die Klärung der Verkehrssituation rund um das Grundstück seien die Schritte, die als nächste auf der Agenda stehen. Zumal bislang zwar Förderzusagen für Kita und Schulkindbetreuung da seien, damit aber immer noch Kosten in Höhe von rund sieben Millionen Euro für das Zentrum offen seien. Unklar sei zudem, wer dann für laufende Betriebskosten aufkommen werde.

Es seien viele Aspekte zur Sprache gekommen, meinte Pfarrer Weber am Ende des Dialogs, und es seien noch viele Hausaufgaben zu machen: „Ich beneide die Politik nicht, nehme aber mit, dass offenbar alle Seiten einig sind, dass dort etwas gemacht werden muss.“ (Von Claudia Bechthold)

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