Neues Heim im Juni fertig

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Wieder mehr junge Familien für das Gärtnern gewinnen

Heusenstamm - „Wir lassen uns nicht entmutigen!“ Pia Kemmerer, Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins (OGV), klingt kämpferisch. Von Claudia Bechthold

Auch das Feuer vor wenigen Tagen hat die Verantwortlichen in dem Verein nicht aus dem Konzept gebracht. Nur einen Tag nach dem Brand von drei Gartenhütten auf dem OGV-Gelände haben Pia Kemmerer und ihre Vorstandskollegen den Mitgliedern die Pläne für den Bau eines neuen Vereinsheims vorgestellt.

Am 11. November 2009 war das Heim des OGV völlig ausgebrannt. Einbrecher hatten das Feuer gelegt. Nun soll an der selben Stelle ein neues Haus entstehen.

An gleicher Stelle wütete neulich das Feuer:

Wieder Hütten in Flammen bei Gärtnern

Vereins-Hütten brennen ab

Gewankt, aber nicht gefallen

„Stück Heusenstamm verbrannt“

Vereinsheim komplett ausgebrannt

„Wir wissen, dass das alles nun etwas länger gedauert hat, aber wir mussten uns erst einmal einarbeiten“, begründet die Vorsitzende ein Jahr Wartezeit auf den Baubeginn. Denn der Beschluss der Mitgliederversammlung, ein neues Gebäude zu errichten, war schon im Februar 2010 gefasst worden. Kurze Zeit später wählten die Mitglieder einen neuen Vorstand. Dafür hat das Team um Pia Kemmerer jetzt ein Konzept für den Neubau vorgelegt, das sich schnell verwirklichen lässt. Denn schon jetzt laden die OGVler ein zur Eröffnung ihres neuen Heims am 30. Juni. Nur drei Monate Bauzeit werden veranschlagt.

Das lässt sich so schnell verwirklichen, weil man sich für eine Art individuelle Fertigbauweise entschieden hat. Der Entwurf stammt von dem Darmstädter Professor Jo Eisele. Die Einzelteile des Gebäudes werden dann mit einem Tieflader nach Heusenstamm gebracht und zusammengesetzt.

Eine große Glasfront wird die Seitenansicht des Hauses bestimmen. Auch auf der schmalen Seite, die zum benachbarten Schlossweiher zeigt, soll ein großes Fenster den Blick aufs Wasser ermöglichen. In der Mitte erhebt sich ein schmales, aber spitzes Dach, das vor allem als Tragekonstruktion für eine Photovoltaik-Anlage dienen soll. Das Dach wird innen nach oben offen bleiben, so dass der Raum groß und hoch wirkt. Die Seiten des Daches werden ebenfalls verglast, so dass auch von oben Licht in den Innenraum fallen kann.

So sah es nach dem Feuer aus:

Vereins-Hütten brennen ab

Etwa 80 Personen werden innen Platz finden können. „Wir wollen das Haus dann an Wochenenden auch für unsere Mitglieder öffnen“, sagt Gert Kaiser, der im Vorstand für die Finanzen zuständig ist. Das neue Heim solle ein Kommunikationszentrum werden.

Öffnen wollen sich die OGVler aber auch insgesamt. „Wir wollen wieder mehr junge Familien für unseren Verein gewinnen“, erläutert Pia Kemmerer. Derzeit liege das Durchschnittsalter der etwa 300 Mitglieder bei 62 Jahren. 255 Gärten gehören zum etwa 100 .000 Quadratmeter großen Gelände des Vereins. Auch an Kinder soll gedacht werden, wie Schriftführer Herbert Niederlechner berichtet. Einen Lehrgarten will man dazu auf dem Gelände angelegen. „Kindergarten gruppen und Schulklassen können dann dort das eine oder andere pflanzen oder säen und später auch ernten“, schildert Gert Kaiser die Idee.

Zur besseren vereinsinternen Kommunikation zählt auch der „Infobrief“, der künftig dreimal im Jahr erscheinen und an alle Mitglieder verteilt werden soll. Neu ist auch der Internet-Auftritt unter www.ogv-heusenstamm.de.

Ganz selbstverständlich ist für den Vorstand auch die Hilfe der Gärtner untereinander. „Den Gärtnern, deren Hütten jetzt bei dem Brand vor gut einer Woche zerstört worden sind, werden wir selbstverständlich helfen“, versichert Pia Kemmerer. Der Verein solidarisiere sich mit den Betroffenen. Und wer sich an dieser Hilfe beteiligen wolle, könne sich per E-Mail mit dem Vorstand (Vorstand@ogv-heusenstamm.de) wenden.

Und noch etwas betont der Vorstand: Das neue Heim wird unter anderem mit Videoüberwachung bestens gegen Einbruch geschützt.

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