Obst- und Gartenbauverein

Seefahrt ganz ohne Meer

+
Vorsichtig und mit zwei großen Gummiriemen werden die großen Schiffsmodelle zu Wasser gelassen.

Heusenstamm - Ob im Garten oder im Bastelkeller, für tolle Ergebnisse braucht es Geduld und liebevolle Handarbeit – da sind sich Hobbygärtner und Hobbykapitäne einig.

Doch der Obst- und Gartenbauverein und der Modellsportclub Heusenstamm haben noch mehr Gemeinsamkeiten, die ihren Ausdruck bei den gemeinsam veranstalteten Festen am Sonntag fanden.

Während bei den Gärtnern das Sommerfest lief, maßen sich bei der vereinsoffenen Regatta am Schlossweiher nebenan kleine und große Kapitäne mit ihren Modellschiffen. In verschiedenen Wertungsklassen kamen befreundete Vereine aus Fulda, Kassel, Büdingen und Frankfurt. Und auch auf der Kleingartenanlage waren viele befreundete Gartenbauvereine zu Gast. Eine Strecke für ferngesteuerte Modelltrucks ergänzte das Angebot und stellte auch räumlich die Verbindung zwischen den Vereinen her.

Das Sommerfest ist Tradition

Das Sommerfest ist Tradition im über 100 Jahre bestehenden Obst- und Gartenbauverein. Ein Treffpunkt nicht nur für Gärtner. Auch viele Radfahrer und Spaziergänger besuchen das neue Vereinshaus mit Terrasse. In diesem Jahr spielte zudem die Gruppe „Doppel(s)pass“ aus Rodgau. Zufrieden blickt der Verein auch auf den Lehrgarten, der mit der Adalbert-Stifter-Schule angelegt worden ist. Und auch die Veranstaltungen des Modellsportclubs sind aus dem Vereinsleben nicht mehr wegzudenken. Turniere und Meisterschaften bieten die Möglichkeit, in mühevoller Handarbeit gefertigte Modelle endlich im Freien auszuprobieren. Seit mehr als zehn Jahren finden die Veranstaltungen der Nachbarn nach Möglichkeit immer zeitgleich statt, um sich gegenseitig zu unterstützen. So haben die Modellbauer beide Hände frei, um ihre Modelle zu steuern. Und der OGV darf mehr bewirtschaften.

Flüssigkeiten, anders genutzt und mindestens ebenso beliebt: OGV-Fest.

„Wir sind sehr zufrieden, sowohl mit den Besuchern heute, als auch mit der tollen Zusammenarbeit mit den Modellbauern“, freute sich auch Vorsitzende Pia Kämmerer. Das Miteinander begann zwar damals aus überwiegend praktischen Überlegungen heraus, inzwischen besteht aber eine echte Vereinsfreundschaft, in der man sich auch gerne bei anderer Gelegenheit unter die Arme greift. „Inzwischen sind wir sogar auf dem Gelände der Gärtner zuhause“, fügte der Vorsitzende des Modellsportclubs noch hinzu. Den früheren Vereinsraum im Schloss-Pavillon mussten die Modellbauer zu Gunsten der U3-Betreuung räumen. Klaus Kolb ist stolz darauf, wie eng die Vereine dadurch zusammengewachsen sind. Ein Grundstück mit Gartenhütte auf dem Gelände der Kleingärtner ist das neue Domizil der Modellbauer. Überwiegend die Boots- und Truckfahrer nutzen sie, die Flieger sind mit ihren Modellen meist unterwegs. „So ein gutes Miteinander ist nicht selbstverständlich“, so Kolb überglücklich. Denn in seinen früheren Ämtern habe er schon viele Vereine gesehen, die am Verlust eines Vereinsheimes zerbrochen sind.

Neu eingeführt wurden Baubewertungsklassen, damit neben den Fahrkünsten auf dem Parcours die aufwändige Arbeit an den Modellen bewertet werden kann. Modelle der „F-Klasse“ müssen genau nach einem Originalvorbild gebaut sein. Vereinsvorsitzender Klaus Kolb war selbst schon zweimal Vizeweltmeister und hofft mit seinem neuen Schmuckstück wieder auf einen großen Erfolg. Vier Jahre hat er täglich an seinem Nachbau eines Kabelverlege-Schiffes gearbeitet. Der Koloss war eines von 60 Booten, die bei der Regatta bei ordentlich Wind an den Start gingen, um die Bojen möglichst fehlerfrei zu umfahren.

peba

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare