Öffnung muss jetzt geplant werden

Bürgermeisterkandidat Steffen Ball im Gespräch mit Vereinen und Gewerbe

Der Kultursommer am Bannturm, wie auf diesem Foto von einem Konzert der Sunnblickler im Jahr 2017, wird wohl auch in diesem Jahr nicht in der gewohnten Form stattfinden können.
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Der Kultursommer am Bannturm, wie auf diesem Foto von einem Konzert der Sunnblickler im Jahr 2017, wird wohl auch in diesem Jahr nicht in der gewohnten Form stattfinden können.

Jetzt müsse geplant werden, wie Kultur, Gastronomie und Handel nach der Pandemie allmählich wieder geöffnet und in Gang gebracht werden können, fordert Steffen Ball, Bürgermeisterkandidat der CDU, nach einem Videotreffen mit Vertretern dieser Sparten. Denn schon jetzt sei klar, man werde auch in Zukunft mit dem Virus leben müssen.

Heusenstamm – Ball: „Es wird ihn nicht geben, diesen ersten Tag nach Corona.“ Kritik hatten zuvor vor allem Vereinsvertreter geäußert. So gebe es bis jetzt kein eindeutiges Signal der Stadt zum Thema Kultursommer, der eigentlich Mitte Juni beginnen soll, bemängelte Matthias Kilian, Vorsitzender des Karnevalklubs Disharmonie. Die Meinungen gingen auseinander zwischen stattfinden lassen, verschieben und ganz ausfallen lassen. „Wir können nicht proben und nichts vorbereiten“, sagte Kilian. Und aus dem Boden stampfen lasse sich ein Programm für den Kultursommer auch nicht. Er vermisse eine klare Haltung der Stadt zu dem Thema.

„Wir haben ausführliche Hygienekonzepte geschrieben“

Auch ihnen brenne der Kultursommer unter den Nägeln, bestätigte Peter Mohr, Vorsitzender des Turnvereins Rembrücken, der eigentlich seine im vergangenen Jahr ausgefallene 125-Jahr-Feier an den Beginn der sommerlichen Veranstaltungsreihe setzen wollte. Das Programm dafür stehe eigentlich: „Vor allem aber haben unsere Helfer ein gewisses Alter, sodass wir die Feiern womöglich auch in diesem Jahr wieder ausfallen lassen müssen.“

Für das TSV Blasorchester fügte Björn Uhl noch hinzu, man brauche auch Regelungen für Proben, ohne die weder ein Orchester noch ein Chor ein Konzert geben könne. „Wir haben ausführliche Hygienekonzepte geschrieben“, ergänzte Sandra Horn von der Sängervereinigung, aber Chorgesang werde generell verboten.

Er sei überzeugt, betonte Steffen Ball, dass man jetzt in gemeinschaftlicher Anstrengung beginnen müsse, eine lokale Öffnungsperspektive für Gastronomie, Einzelhandel, Vereine und Kultur in Heusenstamm zu planen, und dabei auch Schulen und Kitas besser zu unterstützen – selbstverständlich unter allen gültigen rechtlichen und pandemischen Rahmenbedingungen. Dabei müsse die Stadt verantwortlich steuernd auftreten und agieren.

Konzepte für Coronatests gefordert

Die CDU-Vorsitzende Heide Schwab fordert „jetzt vor allem Bürgermeister Halil Öztas auf, tätig zu werden“. So müsse die Wirtschaftsförderung jetzt aktive Handels-, Unternehmens- und Gastronomieförderung sein. Dazu gelte es, kurzfristig Kapazitäten und Ressourcen im Rathaus umzuschichten.

Großzügiges Ausweisen von auch neuen Freiflächen für die Gastronomie für einen begrenzten Zeitraum, sofern öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht gefährdet seien, sei dabei eine Möglichkeit. Aber auch Unterstützung bei der Digitalisierung und eventuell die Einrichtung von „Handelssamstagen, für die die Frankfurter Straße halbseitig gesperrt werden könnte für Handel-, Gastro- und Vereinsaktivitäten – in enger Absprache mit den Beteiligten und den Anwohnern. Und schon jetzt müsse man einen Nikolausmarkt unter Pandemiebedingungen planen.

Vor allem aber müssten Konzepte für Coronatests erarbeitet werden, zumal jedem Bürger mindestens ein kostenfreier Test je Woche zustehe. Gemeinsam mit Handel, Kultur und Vereinen könne man solche erarbeiten und dafür eine Art Task-Force der Stadt installieren. (Claudia Bechthold)

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