Quatschen und wach werden

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Kinder aus allen Klassen der Otto-Hahn-Schule machen mit bei der Aktion „Zu Fuß zur Schule“. Das Bild zeigt eine Auswahl.

Heusenstamm - Weltweit ist der 22. September seit einigen Jahren der „Zu Fuß zur Schule“-Tag. Von Claudia Bechthold

Das Aktionsbündnis aus Deutsche Kinderhilfswerk, dem Fachverband Fußverkehr und dem Verkehrsclub Deutschland fordert Lehrer und Eltern dazu auf, Kinder nicht mit dem Auto zum Unterricht zu bringen. Die Otto-Hahn-Schule in Heusenstamm schließt sich dem mit einer Aktionswoche an.

Kaihan ist ein wenig traurig. Der Erstklässler hat nur drei statt fünf Stempel in seinem „Zu Fuß zur Schule“-Pass. „Meine Mama war krank“, begründet er die zwei fehlenden Stempel. Da habe ihn sein Papa in die Schule gefahren. Denn normalerweise begleitet ihn seine Mutter. Aber das hat nun ausgerechnet in dieser Woche nicht geklappt.

Fast alle Kinder in der Klasse 1d haben in dieser Woche fünf Stempel sammeln können. Sogar Arta, die nicht einmal in Heusenstamm wohnt. „Meine Mutter lässt uns irgendwo aus dem Auto steigen, den Rest laufen wir dann“, erläutert sie, wie sie und ihre ältere Schwester zu den Stempeln kamen.

„Anstrengend“ findet Shary das Laufen. „Da tun einem immer die Füße weh“, schimpft sie. Aber sie lacht dabei, zeigt, dass sie das doch nicht so ganz ernst meint. Immerhin zweimal in der Woche bewältigt sie ihren Heimweg zu Fuß.

Marian ist ganz stolz, weil er jeden Tag läuft. Aber er gibt auch gleich zu, dass er dabei noch Fehler macht. „Ich renne am liebsten, auch über die Straße“, verkündet er lautstark. „Du musst erst nach rechts und nach links schauen“, erläutert ihm Julia. Sie trifft sich auf dem Weg zur Schule mit Alina, Charly und Annabelle und findet es toll, dass man da schon mal Neuigkeiten austauschen kann. Anfangs hatte der Vater sie in die Schule gefahren, aber das ist jetzt vorbei.

Die Kinder laufen zumindest am Anfang nicht allein, erläutert Klassenlehrerin Stephanie Treptow. Eltern sprechen sich ab, damit mindestens ein Erwachsener die Kinder begleitet.

Von der Aktion überzeugt ist auch Elternbeirätin Maria Rubio. „Die Kinder sollen ja nicht nur etwas für ihre Gesundheit tun“, meint sie. Sie lernen, sich im Straßenverkehr zu bewegen und gewinnen Sicherheit. „Und sie werden durch das Laufen richtig wach“, fügt sie noch hinzu.

Wie viel Spaß das macht, beweist ein Otto-Hahn-Schüler, der nah an der Schule wohnt, in zwei Minuten dort wäre. Aber er lässt sich von seinem Vater morgens ein Stück mitnehmen, um dann gemeinsam mit seinen Freunden zurückzulaufen.

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