Paradies für junge Forscher

Freigelände am katholischen Kindergarten St. Cäcilia in Heusenstamm wird neu gestaltet

Die Arbeiten am katholischen Kindergarten St. Cäcilia sind fast fertig.
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Die Arbeiten am katholischen Kindergarten St. Cäcilia sind fast fertig.

Für die Mädchen und Jungen ist’s jetzt schon ein Paradies. Die Kleinen drücken sich immer wieder die Nasen an den Fenstern ihrer Gruppenräume platt, beobachten begeistert die Bewegungen der Bagger und Lastwagen, und verfolgen die Arbeiter mit ihren Schaufeln und Schubkarren.

Heusenstamm – Die Aktivitäten haben ein Ziel: die komplette Umgestaltung des Freigeländes am katholischen Kindergarten St. Cäcilia zu einem Forschergarten. „Zuletzt mussten wir Spielgeräte abbauen, weil sie morsch waren“, begründet Sandra Reichl das Projekt. Eltern und das Team studierten die Vorgaben der Gruppe „Kitas in katholischer Trägerschaft“ und der Forschungsstelle für Frei- und Spielraumgestaltung und entschieden sich für ein Gesamtkonzept für den Garten, der den Bedürfnissen ihrer Schützlinge gerecht werden soll, berichtet die Erzieherin. Auch Kinder wirkten an der Planung mit. Der Leiterin falle immer wieder auf, dass der Nachwuchs kaum noch allein mit Freunden auf der Straße, in Feld und Wald spielt und entdeckt. „Er ist fast immer in Begleitung von Erwachsenen und kann nicht unbeobachtet forschen“, was aber für die Entwicklung wichtig sei. Darum soll auch das auf dem Gelände an der Patershäuser Straße möglich sein.

Vorbild der Anlage sei die katholische Kita in Rödermark

Zum Beispiel im Sinnesgarten, in dem die jungen Baumeister über Pflastersteine und Kiesel klettern, sie heben und transportieren können. Das Baumhaus ragt schon mit den Pappeln um die Wette in die Höhe, es kann nur über eine Strickleiter erreicht werden. Einfacher ist es, das kleine Bootshaus und die Schatzkiste zu öffnen. Sie stehen auf feinem, weißem Sand.

Wo bisher die Schwengelpumpe zum Planschen einlud, entsteht gerade ein Bolzplatz mit hohem Zaun drumrum, damit die Bälle nicht auf Nachbars Rasen landen. Ein dickes Seil eignet sich zum Klettern und Balancieren, „und das ist immer wieder eine Herausforderung fürs Gehirn“, lehrt die Leiterin. Vor der Terrasse entsteht ein Atrium, und neben dem Laub der uralten Bäume schützt dort künftig ein Sonnensegel vor der Sommerhitze. Bald wird auch ein Naschgarten blühen und süße Früchte hervorbringen. Sandra Reichl deutet auf eine Fläche, auf der Tomaten, Johannes- und Stachelbeeren gedeihen sollen, „die Kinder entscheiden, was wir pflanzen“. Vorbild der Anlage sei die katholische Kita in Rödermark, die vor wenigen Jahren in diesem Stil ausgestattet wurde, informiert die Sprecherin. Sie freut sich, dass auch ihre Vorgängerin Erika Cerwick aktiv an der Entwicklung beteiligt ist.

Rund 100 000 Euro kostet das Vorhaben. Weil es die Corona-Politik nicht erlaube, können Mitarbeiterinnen und Familien den Rollrasen nicht selbst auslegen. Doch sie haben eine stattliche Summe gesammelt, mit Ständen auf Floh- und Nikolausmärkten sowie bei Sommerfesten. Die Arbeiten werden in dieser Woche beendet, genutzt werden kann der Park aber erst nach der Abnahme durch den TÜV, erläutert Sandra Reichl. „Die Vorfreude ist schon ein Lichtblick in der Pandemie.“ (m)

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