Paten für Senioren gesucht

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Die Terrasse des Cafés im Horst-Schmidt-Haus bietet sich an für eine Pause.

Heusenstamm ‐ Den Gedanken an ein Altenheim versuchen wohl viele Menschen zu verdrängen. „Kaum jemand setzt sich rechtzeitig mit diesem Thema auseinander“, sagt Roza Bering, Leiterin des Horst-Schmidt-Hauses an der Herderstraße. Von Claudia Bechthold

Deshalb will die Arbeiterwohlfahrt, Träger des Altenheims, versuchen, Kontakte nicht nur zu Nachbarn, sondern auch zu nicht direkt dort wohnenden Heusenstammern zu erhalten und dann auch zu pflegen.

Erster Ansatzpunkt dafür ist das Café im Erdgeschoss des Gebäudes, das auch eine eigene kleine Terrasse hat. „Das Café ist für alle Interessierten gedacht, nicht nur für die Bewohner unseres Hauses“, betont Bering. Vor allem aus der Nachbarschaft hofft man auf Gäste, die damit unter Umständen auch mit den Bewohnern ins Gespräch kommen könnten.

Doch dabei will man es nicht bewenden lassen. So versucht die Hausleitung derzeit, Anwohner für Patenschaften zu gewinnen. Bewohner, die nicht mehr so mobil sind, könnten auf diese Weise Kontakte nach „außen“ erhalten. Regelmäßige Besuche bei einem bestimmten Bewohner, eventuell, falls möglich, auch mal ein kleiner Spaziergang oder sogar ein gemeinsamer Ausflug könnten zu einer solchen Patenschaft gehören. Eingebunden in das Leben im Horst-Schmidt-Haus werden auch immer mehr Heusenstammer Vereine. Der Künstlerverein etwa, der schon eine Ausstellung in den Räumen des Seniorenheims veranstaltet hat. Oder der Hundeverein, dessen Mitglieder mit ihren Vierbeinern Bewohnern Besuche abgestattet hatten. Wer weitere Ideen hat, wird bei Roza Bering sicher auf offene Ohren stoßen.

69 Einzelzimmer und 31 Doppelzimmer stehen den Bewohnern an der Herderstraße zur Verfügung. „Wir sind voll ausgelastet, haben sogar eine Warteliste“, berichtet die Betriebsleiterin weiter. Anfragen kämen nicht nur aus der Schlossstadt, sondern oft auch von außerhalb, etwa weil die Kinder in Heusenstamm leben und ihre Eltern in der Nähe wissen wollten. Überhaupt gebe es derzeit eine große Nachfrage nach Plätzen, auch für betreutes Wohnen.

60 Prozent der Bewohner im Horst-Schmidt-Haus leiden an Demenz. Gemeinsam mit dem Förderverein Lebensbilder werde die Betreuung dieser Bewohner organisiert. „Wobei wir in der Tagespflege durchaus mehr Plätze anbieten können“, sagt Roza Bering. Derzeit werde dieses Angebot, das der kurzzeitigen Entlastung für Angehörige dient, nur von sieben Patienten regelmäßig genutzt.

Dass in der Einrichtung eine vergleichsweise hohe Zahl an Doppelzimmern vorhanden ist, erklärt Bering mit den Demenzpatienten. „Für Demenzkranke ist das Leben in einem Einzelzimmer schwierig“, erläutert sie. Gerade für diese Bewohner sei es wichtig, dass sie nicht allein seien.

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