Heusenstamms Stadtverordnete beauftragen Magistrat mit Verkehrskonzept

Patershäuser als Fahrradstraße

Mit dem Fahrrad waren die Freien Wähler Heusenstamm gemeinsam mit Bürgermeister Halil Öztas, Stadtverordneten der Grünen und interessierten Bürgern unterwegs, um sich am Gebiet rund um das Schloss, am Brückenbauhof und am Fernmeldezeugamt über geplante Veränderungen zu Informieren.
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Mit dem Fahrrad waren die Freien Wähler Heusenstamm gemeinsam mit Bürgermeister Halil Öztas, Stadtverordneten der Grünen und interessierten Bürgern unterwegs, um sich am Gebiet rund um das Schloss, am Brückenbauhof und am Fernmeldezeugamt über geplante Veränderungen zu Informieren.

Das Radwegenetz in der Schlossstadt ist veraltet, betont Sandra Horn von den Freien Wählern Heusenstamm (FWH). Deshalb soll es überprüft und dazu – bis zum Herbst dieses Jahres – ein neues Konzept erarbeitet werden. Dafür sollen im städtischen Haushalt für 2022 vorsorglich 150 000 Euro bereitgestellt werden.

Heusenstamm – Dem Beschluss, der im Stadtparlament mit 34 Ja-Stimmen bei einem Nein und einer Enthaltung von der AfD gefasst wurde, sind Ergänzungen von Grünen und CDU hinzugefügt.

Sandra Horn nennt zur Erläuterung des FHW-Antrags Beispiele für fehlende Radwegverbindungen in Heusenstamm. So gebe es keinen Radweg zwischen Ringstraße und Philipp-Reis-Straße, obwohl dies eine Schulwegstrecke zur Otto-Hahn-Schule ist. Man wolle aber nicht „mit dem Holzhammer draufhauen“, sondern das gesamte Stadtgebiet in den Blick nehmen. Wenn alles geprüft sei, müsse man einen Maßnahmenkatalog erstellen, der dann umzusetzen sei. Es bestehe dringender Handlungsbedarf.

„Radwegesystem gleicht in weiten Teilen einem Flickenteppich“

Die FWH-Fraktionsvorsitzende: „Das Radwegesystem gleicht in weiten Teilen einem Flickenteppich und braucht dringend eine Überarbeitung sowie einen weiteren Ausbau, um Heusenstamm zu einer wesentlich fahrradfreundlicheren Stadt zu machen. Dabei denken wir an ein Fahrradstraßensystem, den Ausbau der Radwege in die Nachbarkommunen oder auch bei Straßensanierungen, wo möglich, Radwege so anzulegen, dass sie baulich getrennt von den Fahrbahnen der Autos sind.“

Ein besonderes Augenmerk soll nach dem Antrag der Freien Wähler auf die Frankfurter Straße sowie die Industriestraße gelegt werden. Auch die Schul- und Kitawege sollen in den Blick genommen werden, ebenso die Einführung weiterer verkehrsberuhigter und Tempo-30-Zonen. Auch die Frage, ob weitere Einbahnstraßen oder Abbiegeverbote für Radler geöffnet werden können, soll geprüft werden. Das Konzept soll auch eine Prioritätenliste enthalten.

Zu den Unterstützern des Antrags zählt auch die FDP, deren Fraktionschef Uwe Klein betont, wenn Ziele sicher mit dem Rad erreicht werden können, werde dies auch mehr Menschen dazu bewegen, das Auto stehen zu lassen.

„Für Radler erhöht sich damit die Sicherheit“

Für Bündnisgrüne und CDU erläutert Grünen-Stadtverordneter Jens-Carsten Horch deren Ergänzungen. Danach soll unter anderem die Patershäuser Straße zwischen Frankfurter und Ringstraße testweise in eine Fahrradstraße umgewidmet werden und das Ergebnis des Tests in die Planung für das Quartier südlich der Frankfurter Straße einfließen. Die Strecke sei eine wichtige Achse zwischen dem Stadtteil Sommerfeld und der Kita St. Cäcilia sowie der Adalbert-Stifter-Schule.

Dabei gehe es nicht darum, die Patershäuser für Autos zu verbieten, betont Horch, sondern um „ergänzende Erlaubnisse“, um eine Koexistenz zwischen Radlern und Autofahrern zu erreichen. Ähnlich etwa wie auf einem Teilstück der Senefelderstraße in Offenbach, wo Zweiräder Vorfahrt genießen, Autos aber erlaubt sind. „Für Radler erhöht sich damit die Sicherheit und Autofahrer müssen akzeptieren, dass besondere Regeln gelten“, erläutert Jens-Carsten Horch.

Auch für Fußgänger habe eine solche Fahrradstraße Vorteile, die man nicht unterschätzen solle, versichert der Grünen-Stadtverordnete. Freilich müsse man sich die Situation während des Tests regelmäßig ansehen und gegebenenfalls auch nachbessern.

Prüfen lassen wollen Grüne und Christdemokraten zudem, an welchen Stellen durch Radwege oder Schutzstreifen auf der Fahrbahn die Radverkehrsverbindungen verbessert werden können. Dazu zählen neben der lndustriestraße auch die Schillerstraße, die Rembrücker Straße und der Niederröder Weg. Und schließlich sollen Fahrradwege und Fahrrad-Schutzstreifen unabhängig von den beauftragten Prüfungen im gesamten Stadtgebiet, soweit dies zulässig ist, „schnellstmöglich durchgehend farblich“ markiert werden. (Claudia Bechthold)

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