Informationen der Kreisverwaltung waren nicht vollständig

Pfarrheim St. Cäcilia: Der Schließung zuvorgekommen

Heusenstamm - In die Berichterstattung um den geplanten Abriss und Neubau des Pfarrheims St. Cäcilia sowie zweier Wohngebäude auf dem Gelände hat sich eine Fehlinformation eingeschlichen. Von Claudia Bechthold 

Eine Schließung des bestehenden Pfarrheims hat es zwar in der Tat nie gegeben, einer solchen Verfügung sind die Verantwortlichen allerdings nur zuvorgekommen. Beruhend auf einer Aussage des Fachdienstes Presse- und Bürgerinformation des Kreises Offenbach haben wir berichtet, dass es nie eine „behördliche Schließung“ des Pfarrheims gegeben habe. Das ist nach jetzigem Stand der Dinge auch richtig. Allerdings fehlte dazu die Information, dass es die Androhung einer Schließung gab.

Diese wäre erfolgt, so die neue Auskunft des Kreises, wenn von Mitarbeitern der Abteilung Vorbeugender Brandschutz festgestellte Mängel nicht behoben worden wären. Daraufhin hatten die Verantwortlichen der Pfarrgemeinde sich entschieden, den neueren Teil des Pfarrheims künftig nicht mehr zu nutzen. Ein behördliches Nutzungsverbot wurde damit überflüssig.

Nach Angaben des Kreises ging es bei den während einer sogenannten Brandverhütungsschau im Jahr 2010 festgestellten „brandschutztechnischen Mängeln“ unter anderem um die Lüftungsanlage. Gefordert hatte man die Beseitigung dieser Mängel oder die Einstellung des Betriebs.

Da der Vorgang für den Brandschutz damit erledigt war, schreibt nun Kordula Egenolf, Leiterin des Fachdienstes Presseinformation, ist dieser Sachstand, das ist üblich, nicht an die Bauaufsicht weitergegeben worden, denn es gab keine Notwenigkeit, einen formalen Vorgang zur Vorbereitung eines Nutzungsverbotes einzuleiten. Ein Nutzungsverbot kann ausschließlich von der Bauaufsicht als Unterer Baubehörde ausgesprochen werden.

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Egenolf: „Vor diesem Hintergrund hat die Kreisverwaltung auf Nachfrage auch entsprechend geantwortet, dass kein Nutzungsverbot vorliegt. Diese Information war nach jetzigem Erkenntnisstand nicht vollständig.“ Die Kreisverwaltung bedauere, dass deshalb ein falsches Bild von der baurechtlichen Genehmigungssituation entstanden ist. Fakt ist: Hätte die Pfarrei nicht aus eigenem Antrieb auf die Nutzung der Räume verzichtet und die brandschutztechnischen Mängel nicht behoben, „wäre ein Nutzungsverbot seitens der Bauaufsicht ausgesprochen worden.“

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: dpa

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