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Wird Wegerecht zum Problem?

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Von: Claudia Bechthold

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So würde Architekt Marcus Schmitt das Cäcilia-Grundstück bebauen. - Grafik: Marcus Schmitt
So würde Architekt Marcus Schmitt das Cäcilia-Grundstück bebauen. © Grafik: Marcus Schmitt

Heusenstamm - Gefallen haben die Vorschläge von Marcus Schmitt beim Architekten-Wettbewerb für den Pfarrheim-Neubau neben der Kirche St. Cäcilia schon gefunden. Von Claudia Bechthold

Während der offiziellen Vorstellung des Sieger-Entwurfs am Sonntagvormittag äußerten sich viele der etwa 50 Anwesenden positiv zu den gezeigten Plänen. Diskussionen gab es allerdings über die geplante Zufahrtsregelung zu dem Gelände. Denn diese soll über die Schlossstraße erfolgen. Und über ein Grundstück führen, das je zur Hälfte der Stadt und einem privaten Anlieger gehört.

Das bestehende Pfarrheim soll, wie mehrfach berichtet, abgerissen und durch einen wesentlich kleineren Neubau ersetzt werden. Notwendige Sanierungsmaßnahmen in sechsstelliger Höhe und sehr hohe Verbrauchskosten hatten schon im Juli 2010 zur Schließung des neueren Gebäudeteils gezwungen. Zudem sei das Pfarrheim zu groß für die etwa 2000 Mitglieder zählende Gemeinde, heißt es seitens des Bistums aus Mainz. Zusätzlich sollen auf dem innenliegenden Grundstück der Gemeinde St. Cäcilia Wohnhäuser errichtet werden.

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Dazu hatte die Gemeinde im Frühjahr einen Wettbewerb ausgeschrieben, an dem sich acht eingeladene Architektenbüros beteiligen sollten. Tatsächlich haben aber nur fünf Büros Vorschläge eingereicht. Sieger wurde Marcus Schmitt aus Frankfurt mit einem freistehenden Pfarrheim mit einer Grundfläche von 16 mal 16 Meter sowie zwei an die äußeren Grundstücksgrenzen gesetzten Wohnhäusern (wir berichteten). Laut Plan würden darin insgesamt bis zu 15 Wohnungen entstehen, allerdings könne das durchaus noch reduziert werden, wie es hieß. Bisher seien sechs altengerechte Wohnungen im einen Gebäude und mindestens drei Familien-Wohnungen mit abtrennbaren Einlieger-Appartements im zweiten Haus vorgesehen.

Skeptisch gegenüber neuer Vereinbarung

Bei aller Zustimmung zum prämierten Entwurf, die am Sonntag geäußert wurde, ein entscheidendes Problem wurde dabei deutlich: das Wegerecht für die Zufahrt. Denn Autos sollen, so lautete die Vorgabe in der Wettbewerbs-Ausschreibung, über den kleinen Platz in Höhe der Hausnummer 12 an der Schlossstraße auf das Gelände fahren. Und dieses Grundstück ist je zur Hälfte in städtischer und in privater Hand.

Der Privateigentümer betonte am Sonntag, bisher bestehe für den kleinen Platz ein Wegerecht für das bestehende Pfarrheim, das sich auf Anlieferungen beschränke. Zudem sei der Platz als Rettungsweg für Besucher vorgesehen. Diese Regelung aber werde mit dem Abriss des Gebäudes entfallen. Einer neuen Vereinbarung stand der Besitzer allerdings offensichtlich eher skeptisch gegenüber. An diesem Platz lägen unter anderem die Schlafzimmer der Mieter, sagte er. Zudem äußerte er sich durchaus verärgert darüber, dass ohne seine Kenntnis über dieses Wegerecht verfügt worden sei.

Dennoch aber überwog am Sonntag die Zustimmung zu den vorgestellten Plänen. Es gab aber auch ablehnende Stimmen. Dies sei ein Eingriff in die Infrastruktur des alten Orts, der dazu führen werde, dass sich Nachbarn mit allen rechtlichen Mitteln dagegen zur Wehr setzen würden, wetterte einer der Anlieger. Das Areal als Wohnraum nutzen zu wollen, sei für sie unverständlich, meinte eine andere Besucherin, die die Meinung vertrat, das bestehende Gebäude könne auch zurückgebaut werden, um die Probleme zu lösen: „Wenn das so mit Wohnungen bebaut wird, dann ist es mit dem Pfarrleben in der Gemeinde vorbei!“

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