20 Plätze für die Kleinsten

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Peter Jakoby, Erika Cerwick und Pfarrer Martin Weber während der kleinen Feierstunde zur Eröffnung der U3-Plätze.

Heusenstamm - Vom Sommer nächsten Jahres soll der Rechtsanspruch gelten. Dann können Eltern erwarten, dass sie einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren erhalten. Von Claudia Bechthold und Michael Prochnow

Mehr als 50 Prozent der Kinder zwischen einem und drei Jahren könnten in Heusenstamm bereits betreut werden. In der katholischen Kindertagesstätte der Pfarrgemeinde St. Cäcilia wurden jetzt 20 weitere Plätze für Kleinkinder offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Mittagsschlaf in Nestern und Körben

Die Pfarrgemeinde richtete in ihrer Kita an der Patershäuser Straße zwei Gruppen in jenen Räumen ein, die bis vor einem halben Jahr vom Verein „Die Schlosszwerge“ genutzt worden sind. Niedrige Tischchen und winzige Stühle fallen dem erwachsenen Betrachter auf, eine bewusst offen gehaltene Nasszelle zwischen beiden Zimmern mit einem breiten Wickeltisch, einem länglichen Duschbecken. Das sei an den warmen Tagen bereits begeistert genutzt worden, sagt Kita-Leiterin Erika Cerwick. Die Türen haben „Sehschlitze“, um den Kontakt zu dem, was draußen geschieht, herzustellen, aber auch um die Sicherheit zu erhöhen. Mittags schlafen die Kleinen in so genannten Nestern und und Körben.

Viel Freude, dass das Essen schmeckt, und Gesundheit wünschten die älteren Kinder den „Neuen“. Die Anliegen sind an einem Papierbaum an der Zwischentür zu lesen. Der Leiterin ist es wichtig, dass U3-Betreuung und Kindergarten eine Einheit bilden. Das offene Konzept des Hauses erlaube auch den Jüngsten, die „Großen“ in ihren Räumen zu besuchen. Bei bestimmten Aktivitäten können die Altersgrenzen fallen, erläutert Cerwick. Die integrative Kita beherbergt derzeit 85 Mädchen und Jungen, darunter fünf mit einer Behinderung. 20 Mitarbeiterinnen sind in Voll- und Teilzeit tätig.

„Eine gute Heimat für Kinder“

Die Kommune werde „dem Zeitgeist gerecht“, Kinder unter drei Jahren in eine Einrichtung zu geben, formulierte Bürgermeister Peter Jakoby, wenngleich viel Geld eingesetzt werden müssen. Das Land trug Investitionskosten für den Umbau in Höhe von rund 90.000 Euro, davon 10.000 Euro für die Ausstattung. Die Schlossstadt müsse etwa 50.000 Euro beisteuern. Schwerer wiegen jedoch die Betriebskosten, unterstrich Jakoby. Für Miete, Unterhaltung und Personal der U3-Betreuung allein in der Kita St. Cäcilia müssen jährlich 160.000 Euro bereitgestellt werden. Zum Start überreichte er ein Lauf-Dreirad an Leiterin Erika Cerwick und Pfarrer Martin Weber.

„Bei uns sind auch die Kleinsten in guten Händen“, bekräftigte der Seelsorger. Er dankten den ehrenamtlichen Helfern aus Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrat, den Erzieherinnen, dem Architekturbüro Lukas, den Handwerkern, die ihre Arbeiten pünktlich beendet hatten, und der Kommune. Für die Sonnen- und die Regenbogengruppe überreichte er zwei Kreuze und wünschte, dass die Kinder „eine gute Heimat finden“.

„Anschluss an bestehende Einrichtungen wichtig“

Insgesamt stehe die Stadt mit ihrem U3-Angebot im Vergleich zu anderen Kreisgemeinden schon recht gut da, sagt der Bürgermeister. Außerdem werde in der Landesregierung derzeit darüber nachgedacht, die Größe der U3-Gruppen von zehn auf zwölf Plätze zu erhöhen.

Dennoch werde man demnächst über einen Ausbau der Evangelischen Kindertagesstätte an der Leibnizstraße entscheiden. Zwei weitere Gruppen für die Krabbelkinder könnten dort – verbunden mit einer Teilsanierung der Kita – errichtet werden. Für Jakoby ist es wichtig, U3-Plätze an eine bestehende Einrichtung anzuschließen, nicht nur, um personelle Engpässe besser ausgleichen zu können, sondern auch um den Kindern den Übergang in den Kindergarten leichter zu machen. U3-Plätze gibt es derzeit in den Kitas Wiesenborn, Murmel, St. Cäcilia, Arche Noah, bei Tagesmüttern und bei den Schlosszwergen.

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