Schiffslack gegen Tristesse

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Der Platz in der Mitte des Einkaufszentrums Alte Linde wird demnächst „überarbeitet“.

Heusenstamm - Schon lange fordern vor allem die Geschäftsleute und Gebäudeeigentümer im Einkaufszentrum Alte Linde eine Aufwertung der Beton-Tristesse in diesem Areal. Dies ist ihnen auch schon einiger Zeit von städtischen Gremien zugesagt. Von Claudia Bechthold

Jetzt soll mit einer Sanierung des „Innenhofs“ begonnen werden.

Jugendliche, die sich mittags auf dem Platz in der Mitte des Einkaufszentrums an der Alten Linde aufhalten und dort Passanten und Geschäftsleute ärgern, haben vor einigen Monaten für Ärger gesorgt. Aber auch leer stehende Läden und der Charme des 70er Jahre Betons lassen das Zentrum nicht sehr attraktiv erscheinen. Deshalb hat Bürgermeister Peter Jakoby schon vor etwa zwei Jahren Ladenbesitzer, Grundstückseigner und Vertreter der Stadt an einen Tisch geholt, um über die Zukunft des Einkaufszentrums zu reden. Die bevorstehende Bebauung mit Wohnhäusern sowie die Errichtung eines sogenannten Vollsortimenters auf den ehemaligen Fußballplätzen unmittelbar neben dem Zentrum lassen bereits Hoffnung keimen, dass bald wieder mehr Menschen die nahen Einkaufsmöglichkeiten dort nutzen werden. Doch dazu müsste, darüber waren sich alle Beteiligten einig, auch der Platz in der Mitte schöner gestaltet werden. Damit werde nun begonnen, berichtete Jakoby gestern vor Journalisten. Einen großen Teil der notwendigen Arbeiten werde das städtische Bauhof-Team übernehmen.

Mehr Lebensraum für Bäume

Zunächst werden in den nächsten Tagen zwei der vier fünfeckigen Sitzbänke abgebaut, kündigte der Verwaltungschef gestern an. Diese werden komplett auseinander genommen. Das Gestell werde saniert, anschließend werden die Bänke mit neuem Holz ausgestattet. Dazu werde hochwertiges Kambala-Holz verwendet, das mit dem weltweit anerkannten Zertifikat für Holzprodukte (FSC) versehen sei. Ihren Anstrich erhalten die Bänke aus Schiffslack, verriet Jakoby. Damit folge man einer Idee vom städtischen Mitarbeiter Frank Herdt, gelernter Maler und Lackierer. Schiffslack sehe edel aus und habe den Vorteil, dass er „flexibler“ sei als andere Lacke und zudem schmutzabweisend. „Nach einem Regen sind die Bänke wieder sauber“, erläuterte der Bürgermeister. Wenn diese Bänke wieder aufgestellt sind, werden die beiden verbliebenen aufgearbeitet.

Im Frühjahr soll dann weiter renoviert werden. Jakoby: „Wir haben das Pflaster prüfen lassen. Es muss nicht ausgetauscht werden, wenn wir es reinigen und aufarbeiten.“

Im schrägen Streifen, in dem die Bäume stehen, wird der sandige Boden ausgetauscht. Rund um die Bäume soll tiefer ausgekoffert werden. „Die Bäume haben zu wenig Lebensraum, das wollen wir ändern.“ Außerdem werde die Beleuchtung verändert und durch zusätzliche Strahler im Boden ergänzt.

Bis zum Sommer, so hoffen die Verantwortlichen, könne der Platz fertig sein. Der samstägliche Wochenmarkt werde durch die Arbeiten nicht beeinträchtigt. Außerdem will der Bürgermeister den Laden- und Hausbesitzern die Renovierungspläne noch ausführlich vorstellen. Etwa 25.000 bis 30.000 Euro werde die Maßnahme voraussichtlich kosten.

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