„Bürger müssen uns helfen“

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Peter Bender (links) zeigte den Besuchern, wie man Türen und Fenster besser gegen Einbrecher schützen kann.

Heusenstamm - Angst vor Verbrechen müssten sie eigentlich nicht haben, die Bürger im Stadtteil Rembrücken. Acht Wohnungseinbrüche hat die Polizei im vergangenen Jahr dort registriert. Weitere 50 mal wurden in Heusenstamm Wohnungen und Häuser ausgeräumt. Von Claudia Bechthold

„Aber jeder Einbruch ist einer zu viel“, betont Erster Polizeihauptkommissar Karlheinz Tilgner gleich. Auf Wunsch der Bürger hatte die Stadt zu dieser ersten „Präventionsveranstaltung“ eingeladen. Oberste Priorität habe die objektive und die subjektive Sicherheit der Bürger, versichert auch Bürgermeister Peter Jakoby zur Begrüßung.

Mehr als 50 Zuhörer waren ins Haus der Begegnung gekommen. Einige hatten bereits schlechte Erfahrungen machen müssen. Zweimal hintereinander sei ihm das fest eingebaute Navigationsgerät aus dem Auto gestohlen worden, berichtet ein Mann. Insgesamt sei das ein Schaden in Höhe von 14. 000 Euro gewesen.

Professionelle Autoknacker unterwegs

Einbruchdiebstahl aus Personenwagen, kurz ED aus PKW, heißt dieses Delikt im Polizeideutsch. In immerhin 74 Fällen dieser Art standen die betroffenen Fahrzeuge in ganz Heusenstamm, 17 davon in Rembrücken. „Da ist die Aufklärungsquote noch nicht sehr hoch“, räumt Tilgner ein. Was mit der Täterstruktur zu erklären sei: „Das sind geschulte Profis, die in kleinen Gruppen meist aus Osteuropa einreisen, um gezielt zum Beispiel Navis zu stehlen. Und dafür gibt es einen Riesenmarkt.“ Nicht nur in Rembrücken ist die Zahl der Autoaufbrüche deutlich gestiegen.

Gegen solche Banden helfen auch keine Alarmanlagen. Polizeihauptkommissar Peter Bender vom Polizeiladen in Offenbach weiß, dass diese Täter auch Alarmanlagen binnen kurzer Zeit lahm legen können. „Vielleicht sollte man die Garage mal so herrichten, dass auch das Auto noch hineinpasst“, meint er. Aber Bender muss auch zugeben, es gibt Garagen, die sind nicht für moderne Autos gebaut: „Da fährt man mit dem Audi Q7 zwar rein, aber aussteigen kann man dann nicht mehr.“

„Polizei kann nicht überall sein“

Umso wichtiger sei es, dass die Bürger aufmerksam seien. „Wenn Ihnen etwas auffällt, zögern Sie nicht, die Polizei unter 110 anzurufen“, wiederholt Tilgner an diesem Abend mehrfach. Das koste nichts, könnte aber hilfreich sein. Die Polizei kann nicht überall sein. „Deshalb müssen uns die Bürger helfen“, fügt der Polizeibeamte hinzu.

Besser als Autos, die nachts am Straßenrand geparkt sind, kann man Wohnungen und Häuser schützen. Peter Bender erläutert verschiedene Möglichkeiten wie zum Beispiel Schlösser an Fenstern und Terrassen- oder Balkontüren gegen das Aufhebeln. Aber er lädt auch ein, zur individuellen Beratung in den Polizeiladen am Stadthof in Offenbach zu kommen. Und auf Wunsch komme die Polizei auch nach Hause.

Doch auch vor Einbrüchen in Wohnungen und Häuser könnten die Nachbarn am besten schützen. Schwierig sei dies nur, wenn Grundstücke mit hohen Hecken oder Mauern geschützt werden. Denn diese geben nicht nur den Bewohnern, sondern auch Ganoven Schutz.

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