Kriminalstatistik 2018

Polizei ruft nie unter 110 an

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Polizei

Einen leichten Anstieg bei den Straftaten verzeichnet die Kriminalstatistik für das vergangene Jahr in der Schlossstadt. Besorgniserregend sei dies aber nicht, versichert Harry Keckeis, Leiter der Polizeistation in Heusenstamm.

Heusenstamm – Zumal zum Beispiel bei der Zahl der Wohnungseinbrüche auch jene mitgezählt würden, bei denen die Täter an der gut gesicherten Tür oder am modernen Fenster gescheitert seien.

37 Fälle von Einbrüchen in Wohnungen hat die Polizei 2018 in Heusenstamm gezählt. Das sind exakt genauso viele wie im Vorjahr. Weitere 14 Fälle von sogenannten Tageswohnungseinbrüchen kommen dazu, zwei mehr als 2017. Vergleichsweise niedrig sind in diesem Zusammenhang die Aufklärungsquoten, die bei 16,2 Prozent bei den Einbrüchen in Wohnungen und bei 21,4 Prozent bei den Tageseinbrüchen liegen.

Erster Polizeihauptkommissar Keckeis rät in diesem Zusammenhang immer wieder, Wohnungen gut zu sichern. Beratung erhalten Interessierte im Polizeiladen am Stadthof in Offenbach, z 069 8098-1230.

Weniger Autos (von acht auf sechs) und Motorräder (von zwölf auf zwei) sind im vergangenen Jahr entwendet worden. Stattdessen haben mehr Fahrräder (von 83 auf 93) unfreiwillig den Besitzer gewechselt. Allerdings ist die Aufklärungsquote für diese Delikte inzwischen sehr gut. „Durch die bessere Videoüberwachung vor allem rund um den Bahnhof können wir die Täter immer öfter identifizieren“, begründet der Dienststellenleiter diese Tatsache.

Von 133 auf 161 Fälle ist die Zahl der Fälschungsdelikte nach oben geschnellt. „Betrug, Warenbetrug, aber auch die nicht gedeckte Lastschrift zählen zu diesen Delikten“, erläutert Keckeis. Aufgeklärt werden konnten übrigens 87,4 Prozent dieser Betrügereien, im Vorjahr lag diese Quote noch bei 79,8 Prozent.

Ebenfalls hoch liegt die Zahl geklärter Fälle bei den Rauschgiftdelikten. 77 von 94 in Heusenstamm erfassten Straftaten dieser Art konnten „zu den Akten“ gelegt werden. „Das sind natürlich sogenannte Kontrolldelikte“, sagt Keckeis, die auffallen, wenn Personen überprüft werden. Das Klientel sei ebenso aus Heusenstamm wie von außerhalb. Und es gebe Schwerpunkte, wie etwa in der Nähe des S-Bahnhofs, die auch regelmäßig kontrolliert werden.

Kiosk, Bahnsteig oder auch mal Schule sind Schauplätze von Schlägereien, die ebenfalls Einzug in die Statistik halten. 243 Fälle wurden 2018 registriert, 162 sind aufgeklärt, das sind 66,7 Prozent.

Insgesamt seien die Zahlen für Heusenstamm trotz leichter Steigerung gut, meint Harry Keckeis, und das gelte auch für die Aufklärungsquote. Und dann nutzt er die Gelegenheit zu einer Warnung: „Wir hatten in Heusenstamm einen Fall, bei dem sich ein Betrüger als Polizist ausgegeben hat“, berichtet er und stellt klar: „Die Polizei ruft nicht unter der Nummer 110 bei den Bürgern an. Und die Polizei holt nicht zur Sicherheit das Geld von Bürgern ab.“ Wer derartige Anrufe erhalte, sollte sofort die Polizei informieren.

VON CLAUDIA BECHTHOLD

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