Städtischer Wertstoffhof seit gestern wieder offen /  Härtetest kommt wohl am Samstag

Premieren-Ansturm überschaubar

Nur zwei gleichzeitig und Mundschutzpflicht: Zum Schutz der Mitarbeiter und Bürger gelten auf dem Wertstoffhof strenge Regeln. Foto: Holzamer

Heusenstamm – Für eine Schlange bis um die Straßenecke herum haben die Fahrzeuge der wartenden Bürger zwar gesorgt, das große Chaos blieb gestern jedoch zunächst aus. Nach wochenlanger Schließung hatte der städtische Wertstoffhof pünktlich um acht Uhr seine Tore geöffnet. VON THOMAS HOLZAMER

„Bisher hält sich der Ansturm noch in Grenzen“, kann Bauhofleiter Michael Brand gegen 9. 30 Uhr berichten. „Dafür haben wir viele Anrufe von Bürgern, die sich versichern wollen, ob wir auch wirklich geöffnet haben“, ergänzt er und tippt, dass es noch voller werden dürfte. „Vor allem, wenn mittags noch die benachbarte Grünschnittsammelstelle öffnet. Da würden viele die Gelegenheit nutzen und den Besuch der beiden Einrichtungen verbinden.

Damit der Schutz für Bürger und Mitarbeiter des Bauhofes vor der Ansteckung mit den Coronavirus bei der Anlieferung gewährleistet werden kann, sorgen strenge Regeln und zwei Sicherheitsleute, die Ein- und Ausfahrt überwachen, für einen geregelten Ablauf. So dürfen immer nur zwei Fahrzeuge gleichzeitig auf das Gelände, wer nicht auslädt, muss im Fahrzeug warten. Und ein Nase-Mundschutz ist Pflicht, wer den nicht trägt, muss unverrichteter Dinge wieder fahren.

Darauf achtet Sicherheitsmitarbeiter Jan Rumpeltes, der die Autofahrer bereits an der Straße in Empfang nimmt und per Blick auf den Personalausweis prüft, ob diese auch in Heusenstamm wohnen und somit das Angebot des Wertstoffhofes nutzen dürfen. Bisher läuft das gut. „Die Leute sind wirklich sehr freundlich“, sagt Rumpeltes, das habe er andernorts auch schon anders erlebt. Und auch für seinen Arbeitgeber, dessen Mitarbeiter bei städtischen Veranstaltungen regelmäßig für die Sicherheit im Einsatz sorgen, dürfte der Auftrag gut sein. Denn die Vielzahl der wegen der Pandemie abgesagten Veranstaltungen bedeutet auch für die Sicherheitsbranche katastrophale Umsatzeinbußen. Ein Kollege von Jan Rumpeltes steht auf der anderen Seite jener Absperrung, mit der die Bauhofmitarbeiter die Straße Am Zwerggewann zwischen der Ein- und Ausfahrt zum Wertstoffhof gesperrt haben. „Die Ausfahrt haben wir über den Bauhof eingerichtet, damit sich keine Autos entgegenkommen“, erläutert Bauhofchef Brand. Wenn jeder vernünftig sei, sollte dies mit dem laufenden Betrieb vereinbar sein.

Schwieriger wird es mit der Trennung da schon bei den Mitarbeitern. Denn anders als bei größeren Städten mit mehr Personal, arbeiten Heusenstamms Bauhofmitarbeiter nahezu ausschließlich in Doppelfunktionen, sind etwa hauptsächlich als Elektriker, Schlosser oder für die Wasserversorgung unterwegs und nebenbei noch im Wertstoffhof eingeteilt, informiert Brand. Zum größtmöglichen Schutz der Mitarbeiter versuche man aktuell jedoch das Personal von Wertstoff- und Bauhof getrennt zu halten – keine leichte Aufgabe angesichts gemeinsamer Sanitäreinrichtungen und Sozialräume. Wobei Letztere vorerst nicht genutzt werden sollen. „Die Kollegen, die draußen auf der Baustelle unterwegs sind, sollen nach Möglichkeit auch dort ihre Pause machen“, erläutert der Bauhofleiter.

Froh über die Disziplin der Schlossstädter ist auch Rathauschef Halil Öztas. „Wir schauen uns die Situation täglich an und werden gegebenenfalls reagieren“, erläutert er. Größer dürfte der Ansturm wohl vor allem nachmittags und zum Wochenende werden. „Samstag wird’s richtig voll“, vermutet auch Michael Brand. „Dann sollten die Bürger viel Geduld mitbringen und auch Verständnis“, appelliert Öztas. Und wer die Möglichkeit hat, zu einem anderen Zeitpunkt zu kommen, sollte für seine Fahrt zum Wertstoffhof den Samstag vorerst gänzlich meiden.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare