SDW-Vorsitzender meldet sich nach Kritik am Forst zu Wort

Probleme des Waldes sind „hausgemacht“

Heusenstamm - Unaufgeräumt, wie ein Truppenübungsplatz sehe der Wald aus, hatte sich kürzlich ein Leser unserer Zeitung beklagt.

Der Wald diene nur noch dem Zweck, das Holz zu verkaufen, die Erholungsfunktion für die Menschen interessiere weder den Besitzer, also die Stadt, noch den Forst, kritisierte er weiter. Dazu meldet sich jetzt Dietmar Tinat zu Wort. Er ist Vorsitzender der Ortsgruppe Heusenstamm / Obertshausen in der Schutzgemeinschaft deutscher Wald (SDW). Tinat schreibt: „Auch ich bin es inzwischen leid, in gewohnter Regelmäßigkeit und stets zur gleichen Jahreszeit mit derartigen Artikeln, Mails sowie von aufgebrachten Anrufern bombardiert zu werden. Deren erklärtes Ziel scheint es zu sein, in Unkenntnis der Sachlage, die Forstämter, die Kommunen und indirekt auch die SDW zu diskreditieren.“

Als älteste Bürgerinitiative Deutschlands habe sich die SDW bereits seit 1947 dem Schutz deutscher Wälder verschrieben. Der aktive wie auch der pädagogische Beitrag zum Naturschutz und der Landschaftspflege befinde sich ebenso auf deren Agenda wie der Umweltschutz im Allgemeinen.

„Zum besseren Verständnis: Mit Rücksicht auf die Natur muss die Bewirtschaftung der Wälder während der Vegetationsruhe im Winter erfolgen. Um Waldböden und Forstwirtschaftswege vor Erosionsschäden durch Holzernte- und Transportfahrzeuge zu schützen, nutzte man stets die schneereiche und frostige Jahreszeit. Inzwischen sind unsere Winter, bedingt durch den Klimawandel, viel zu mild und lange Bodenfröste seit Jahren nicht zu verzeichnen. Der spürbare Klimawandel ist von uns Menschen „hausgemacht“ und lässt sich schon lange nicht mehr einfach wegdiskutieren. Infolge dessen greifen ungewohnte Hitze, Unwetter mit Starkregen, Stürme und Orkane die Wälder ebenso an wie umfangreicher Insektenfraß, der meist ganze Waldabteilungen befällt. Grundwasser-Absenkungen und Boden-Übersäuerungen durch Abgase tun ein Übriges.

Auch darauf müssen die Forstämter reagieren und sicher auch hin und wieder, aus Sicht des Bürgers, etwas unkonventionellere Maßnahmen ergreifen. Erfahrungsgemäß erholen sich die Wälder von diesen Eingriffen recht schnell. Zumal sei mit umfangreichen Nachpflanzungen einhergehen.

clb

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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