Der Ton ist deutlich schärfer

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Das Adolf-Reichwein-Gymnasium aus der Luft festgehalten

Heusenstamm (clb) - „Es ist vor allem der Ton, der die Musik macht“, sagt Heiner Wilke-Zimmermann, Lehrer für Mathematik, Politik und Wirtschaft sowie Mitglied des Personalrats am Adolf-Reichwein-Gymnasium. Mit einem offenen Brief protestiert das Kollegium gegen die neue Dienstordnung für Lehrkräfte.

An die Hessische Kultusministerin Dorothea Henzler richten sie ihr Schreiben. Die neue Dienstordnung sei der Ausdruck von Misstrauen und Kontrolle, heißt es unter anderem darin.

Als Beispiel nennt Wilke-Zimmermann die Formulierungsänderung des Paragraphen 4, Absatz 1. Bislang hieß es dort: „Eine längerfristige Unterrichtsplanung, in der Regel für ein Schuljahr, und eine gründliche Unterrichtsvorbereitung sind unerlässlich.“ Für die neue Version wurde getextet: „Eine längerfristige Unterrichtsplanung, in der Regel für ein Schuljahr, und eine gründliche Unterrichtsvorbereitung sind vorzunehmen.“ Sicher sei eine längerfristige Planung notwendig, versichert der Pädagoge, aber es sei eigentlich nicht erkennbar, was diese Veränderung soll, abgesehen davon, dass der Ton deutlich schärfer werde.

Gute Ergebnisse durch Motivation und Vertrauen erreichen

Nicht nur in der Pädagogik, sondern auch zum Beispiel in der Unternehmungsberatung herrscht Einigkeit darüber, dass gute Ergebnisse durch Motivation und Vertrauen erreicht werden. Die geplante neue Dienstordnung spricht aber eine andere Sprache und wirkt gegenteilig, heißt es im Brief.

An erstrebenswerten Zielen stehe in der neuen Dienstordnung nichts, was nicht auch die alte Dienstordnung enthalten hätte. Der Unterschied der beiden Fassungen liege in der Art und Weise, wie diese Ziele erreicht werden sollen. Während die alte Dienstordnung von erstrebenswerten Zielen spricht, formuliert die neue Dienstordnung zu erfüllende Aufgaben. Damit stehe nicht mehr die gemeinsame Arbeit im Mittelpunkt, sondern die Kontrolle.

Kritik: Kontrolle steht im Mittelpunkt

Falls diese Ziele nicht erreicht werden, so liegt nach Ansicht des ARG-Kollegiums die Frage nahe, warum dies nicht geschehe, statt die Ziele einfach zu verordnen. Statt einer engmaschigen Aufsicht sei die Förderung des kollegialen Ratschlages und der schulinternen Kommunikation vonnöten. Mit der neuen Dienstordnung, so auch Wilke-Zimmermmann, werde es leichter, Druck auszuüben.

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