Erweiterungsbau an der Otto-Hahn-Schule

Provisorium mit Charme

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470 Quadratmeter in nachhaltiger Modulbauweise: Der Kreis Offenbach mietet den Erweiterungsbau an der Otto-Hahn-Schule vorerst für sechs Jahre. Bei Bedarf kann das Gebäude zusätzlich aufgestockt werden.

Heusenstamm - Die Grundschulen in der Schlossstadt sind restlos überfüllt. Ein Erweiterungsbau an der Otto-Hahn-Schule soll Abhilfe schaffen, bis eine zusätzliche Grundschule gebaut werden kann. Pünktlich zum Schuljahresbeginn ist der Modulbau fertig. Von Lisa Schmedemann 

Sechs lange Wochen konnten sich hessische Schüler entspannen, Eis essen und das Wetter genießen. In Heusenstamm hat sich währenddessen jedoch einiges getan: Hinter dem Hauptgebäude der Otto-Hahn-Schule führt seit Kurzem ein geschwungener, gepflasterter Weg zum Neubau an der Bildungsstätte. Kurz vor Beginn des neuen Schuljahrs wurde der nun offiziell präsentiert.

Der Pfad schlängelt sich an schattenspendenden Bäumen vorbei. „Wir hatten eigentlich eine Fällgenehmigung“, berichtet der Architekt Andreas Haller. „Aber wir dürfen alle froh darüber sein, auch so eine Lösung gefunden zu haben.“ In den modernen und durch die Holzfassade zugleich vertraut wirkenden Neubau führt die Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger über eine Brücke aus Pressspan. Im Eingangsbereich des sogenannten Modulbaus empfangen große Mohnblumen die neugierigen Betrachter, darunter Bürgermeister Halil Öztas. Bodentiefe Fenster lassen viel Tageslicht in das Gebäude, das in Holzbauweise errichtet wurde. „Dadurch, dass wir anstatt Beton Holz als Baumaterial verwendet haben, haben wir 149 Tonnen CO2 eingespart“, erklärt der Bauleiter Heiko Götze.

Insgesamt hat der Neubau eine Grundfläche 470 Quadratmetern. Vier neue Klassenräume und zwei Gruppenarbeitsräume sind entstanden. Künftig kommen hier 96 Grundschüler unter. Im Klassenraum der 1a stehen schon Umzugskartons. Die Klassenlehrerin räumt Regale ein, bereitet ein Sideboard vor, in dem jedes Kind sein Fach mit Namensschildchen finden wird. Zwar sind im Gebäude rote Akzente gesetzt, aber kunterbunte Dekoration verleiht den Räumen mehr Charme. Anstatt der üblichen dunkelgrünen Tafeln hängen Whiteboards an den Wänden – ein Provisorium im Provisorium. Leo Hoth vom Kreis Offenbach erläutert: „Wir werden dort noch Smartboards, also interaktive Tafeln anbringen, die mit Beamer und Computer ausgestattet sind.“ Auf diesen Tafeln lasse sich genauso malen und schreiben wie auf den grünen mit Kreide.

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Die Standards des neuen Gebäudes lassen den Betrachter vergessen, dass es vorerst nur für sechs Jahre gemietet ist. „Wir arbeiten hier außerdem mit Raumlufttechnik“, sagt der Architekt und deutet auf einen Kasten an der Holzdecke. Obwohl der während der Besichtigung noch nicht läuft, ist die Luft in den Klassenräumen kühl. „Die Fenster sowie die Holzwände dämmen sehr gut“, sagt Projektleiter Götze. Bei Bedarf lasse sich ein zusätzliches Stockwerk daraufsetzen, führt er weiter aus. Jäger hofft, dass das nicht nötig sein wird. „Wir sind von der Realität eingeholt worden, der demografische Wandel ist schwer vorhersehbar“, sagt sie. Viele junge Familien seien in den letzten Jahren in die Schlossstadt gezogen. „Aber bis wir in Heusenstamm eine neue Grundschule haben, kommen wir mit diesem Neubau gut aus.“

Das Bild auf dem Schulhof wird sich in den nächsten Wochen weiter verändern. Die Container, die bisher als Übergangslösung gedient haben, werden abgebaut, die Weitsprunganlage vor dem Neubau wird saniert. Außerdem müssen die Treppen zu den Türen fertiggestellt und Lampen installiert werden. Der Nachteil des nachhaltigen Baus: Toiletten gibt es nur im Haupthaus.

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