Rebecca muss oft husten

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Rebecca spielt in einem kleinen Film ein krankes Kind.

Heusenstamm - „Ich sollte oft husten, aber dazwischen durfte ich Pausen machen.“ Die acht Jahre alte Rebecca Schroth ist „Hauptdarstellerin“ in einem Film. Sicher, der Film ist nicht sehr lang, eher sehr kurz, um bei der Wahrheit zu bleiben. Von Claudia Bechthold

Und in allen großen Kinos des Landes wird er auch nicht laufen. Aber er hat eine wichtige Botschaft. Und das ist der jungen Heusenstammerin auch wichtig.

Immerhin, in acht Münchner Kinos war der „Streifen“ schon zu sehen. Im Vorprogramm. Um auf Angeborene Immundefekte aufmerksam zu machen. Eine Erkrankung, von der nach Schätzungen der Deutschen Selbsthilfe Angeborene Immundefekte (DSAI) etwa 100.000 Menschen in Deutschland betroffen sind, aber nur bei etwa 3000 wurden diese Defekte bislang auch entdeckt. Rebecca ist stolz, dass sie dem Verein mit ihrer Mitwirkung helfen kann, wenn sie auch zugibt, dass sie nicht viel über die Krankheit weiß.

Das Immunsystem schützt den menschlichen Organismus vor Angriffen von außen, also durch Viren oder Bakterien. Ist das System geschwächt, werden die Betroffenen krank. Manche Menschen kommen aber mit einem Defekt im Immunsystem auf die Welt. Sie werden häufiger krank, der Krankheitsverlauf ist schwerer und kann im schlimmsten Fall sogar tödlich enden. Die DSAI, ein eingetragener Verein, will einerseits Betroffene zusammenbringen und diesen helfen. Sie will aber auch die Erkrankung bekannter machen, die Früherkennung und die Forschung fördern.

Rebecca liegt im Bett und hustet

In dem kurzen Film ist Rebecca zu sehen, die in einem Bett liegt und hustet. Immer wieder. Lungenentzündungen sind häufig bei Menschen mit einem Immundefekt. Das mit der Husterei sei ihr nicht schwer gefallen, sagt die Adalbert-Stifter-Schülerin. Und sich im Schlafanzug vor etlichen Leuten in ihr Bett zu legen habe ihr auch nichts ausgemacht. „Das war ja auch mein Bett“, erläutert sie noch. Aber nicht etwa in ihrem Zimmer in Heusenstamm sei der Film gemacht worden, sondern in einem Studio. Wo das Studio ist, das weiß sie nicht so genau. Aber das spielt auch keine große Rolle. Entscheidender ist, dass es tatsächlich ihr Bett war, das für die Aufnahmen in das Studio gebracht worden ist.

Wie es dazu kam, dass ausgerechnet sie in dem Film mitspielen konnte? Ach, meint Rebecca, der Steffen weiß, dass ich so etwas gerne mache. Steffen, das ist Steffen Ball, in der Schlossstadt nicht ganz unbekannter Tausendsassa in Sachen Public Relations und ein Freund der Familie. Seine Firma Ballcom unterstützt die DSAI schon lange.

„Krank schminken“

So kam es, dass Rebecca gemeinsam mit ihrem Vater Gregor Fanroth sowie Steffen Ball und dessen Sohn Tim, Rebeccas bester Freund, an einem Samstag in jenes Studio fuhren, um die Aufnahmen zu machen. „Erst mussten die mich mal schminken, damit ich auch wirklich krank aussehe“, erzählt sie. Naja und dann habe sie eben immer wieder husten müssen. Irgendwann seien dann alle zufrieden gewesen.

Ob sie später einmal etwas in Richtung Schauspielerei machen will, weiß Rebecca noch nicht. Sie malt und bastelt gern. Sie lernt Klarinette und spielt mit bei der TSV im Orchester. Und sie tanzt Ballett. Das macht sie besonders gern, betont sie. Ob sie denn für ihre Rolle auch etwas bekommen habe? Rebecca nickt und strahlt. Nach den Aufnahmen seien sie in ein Hamburger-Lokal gefahren. Und da habe sie Chicken Nuggets und Pommes gegessen. Das sei etwas Besonderes, denn „meine Eltern gehen mit mir nicht dahin“. Der kurze Film ist zu sehen unter www.dsai.de.

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