Rembrücken registriert erste Flugzeuge

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Nicht nur über dem Schloss sind jetzt Flugzeuge zu sehen.

Heusenstamm (clb) - Zwei Überflüge hat die Bürgerinitiative „Anflug mit Ruhe“ nach eigenen Angaben in der Nacht zu gestern in Rembrücken registriert, den ersten bereits kurz nach Mitternacht.

Das bedeutet, dass bereits zwei Piloten die seit Dienstagabend offiziell genehmigte Möglichkeit genutzt haben, den Frankfurter Flughafen abweichend von der bisherigen Einflugschneise anzusteuern. Wie bereits mehrfach berichtet, hat das Bundesamt für Flugsicherung den Testbetrieb für das so genannte segmentierte Anflugverfahren zugelassen. Diese Technik erlaubt es Piloten, erst westlich von Offenbach auf die Einflugschneise einzuschwenken. Damit sollen vor allem die Anwohner unter der Einflugschneise von Lärm entlastet werden.

Paul-Gerhard Weiß, als hauptamtlicher Stadtrat in Offenbach unter anderem für das Thema Flughafen Ausbau zuständig, hatte das Maßnahmenpaket zur Lärmentlastung, kürzlich bewertet. Immerhin breite sich langsam die Erkenntnis aus, dass man den Flugverkehr besser streuen muss, um die gravierendsten Auswirkungen zu mildern, hatte der Dezernent gesagt. Die Bündelung des Flugverkehrs führe zu extremer Verlärmung und verletze damit die Rechte der betroffenen Kommunen. Das aktuelle „Maßnahmenpaket“ des Forums Flughafen Rhein Main (FFR) sei „der zaghafte Versuch, neue Verfahren wenigstens zu testen, mehr ist es noch nicht.“ Es bleibe abzuwarten, was davon nach Einführung des Nachtflugverbotes auf andere Zeitfenster übertragen werde. Immerhin werde der Gedanke einer geplanten Streuung erstmals überhaupt aufgegriffen.

Nachtflugverbot muss verhängt werden

Die BI „Anflug mit Ruhe“ betont, in diesem Zusammenhang, Weiß spreche zwar zurückhaltend von Streuung des Flugverkehrs, dies aber ausschließlich unter dem Aspekt der Verlärmung. Und er erwarte eine deutliche Zunahme der Fluglärmbelastung der gesamten Region. Damit sei Weiß ein aktiver Befürworter einer breiten Lärmverteilung, zumal er die derzeitigen Planungen als zaghaft bezeichne.

Die BI würde gern mit Offenbacher Bürgerinitiativen zusammenarbeiten, um dem gemeinsamen Anliegen Nachdruck zu verleihen. Wer Offenbach in einen Gegensatz zu den umgebenden Kommunen bringe, schwäche den Widerstand gegen den Fluglärm, schreibt der Vorsitzende der BI, Dr. Heink de Groot aus Rembrücken. Das Nachtflugverbot müsse unabhängig vom Ergebnis der Klage in Leipzig verhängt werden.

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