Rembrücker brauchen keine Wecker

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Die letzten Minuten des Kerbborschen 2012.

Heusenstamm - Fluglärm, Durchgangsstraße, fehlender Blumenschmuck, zu hohe Grundstückseinfriedungen und Brunnen ohne Beleuchtung: Die Probleme des „kleinen, unbeugsamen Dorfes“ hat Hans Kremer einmal mehr schonungslos angesprochen. Von Claudia Bechthold

Anlass war die Beerdigung des Kerbborschs auf dem Rembrücker Dorfplatz am Montagabend.

Das „Lied vom Tod“ erklang auf dem Platz gegenüber der Kirche, als der mit Hut, weißen Handschuhen und Anzug ausgestattete Strohgeselle vom Kerbbaum geholt wurde. Aktive Sportler des veranstaltenden TV Rembrücken hatten diese unangenehme Aufgabe übernommen. In einer eisernen Wanne erhielt der Borsch unter großem Geheul der anwesenden Rembrücker seine letzte Ruhestätte.

Abrechnung mit der Politik

Für die Trauerrede war einmal mehr Hans Kremer, ehemals Mitglied des Bürgerforums zuständig. Und diese nutze er – wie schon lange Tradition – für eine kleine Abrechnung mit der Politik. Die Durchgangsstraße sei ja nur deshalb so schön hergerichtet worden, damit niemand bemerke, dass es sich dabei eigentlich um eine Notlandebahn des Frankfurter Flughafens handele. Der Flugverkehr über Rembrücken sei ja nun schon katastrophal.

So beklage auch der Verband der Uhrenindustrie Umsatzeinbrüche in der Region Rembrücken. Niemand kaufe mehr Wecker, weil alle um 5 Uhr früh von den Fliegern geweckt würden.

Tipp für Jakoby

Kritik äußerte er auch an den immer mehr in die Höhe wachsenden Gebüschen und Mauern, die Grundstücke vor allem in der Hubertussiedlung umschließen. Und am Ende hatte Hans Kremer noch einen Tipp für den Bürgermeister. Peter Jakoby solle sich gut überlegen, mit welchen Waffen er künftig im Rathaus antrete. Denn nachdem der Erste Stadtrat Uwe Michael Hajdu nun Schützenkönig sei, sei die Situation problematisch: „Zwei Könige im Rat sind keine gute Tat. Peter, sei einfach weiser und werde Kaiser.“

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