Renaturierung des Baches

Bieber plätschert munterer

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Wild romantisch wirkt die Bieber auf dem Foto, auf dem Jürgen Roß eine Ansicht des Bachs festgehalten hat. Dieser Abschnitt wurde schon in den 90er Jahren verändert. Renaturierung des Bachs nun erfolgreich abgeschlossen. Silberreiher und Eisvogel schon hinter dem Schloss gesichtet. 550.000 Euro in neues Flussbett investiert.

Heusenstamm - Ein munteres Bächlein ist wieder aus der Bieber geworden. Seit drei Jahren ist der Bach zwischen Woogbruch und Autobahn Stück für Stück renaturiert worden. Und hat sich schon ein ganzes Stück erholt. Von Claudia Bechthold 

Insgesamt 550.000 Euro vor allem aus Landesmitteln (357.500 Euro) sind in das Projekt investiert worden. Der städtische Anteil an den Kosten liegt bei 192.500 Euro. Sowohl das verantwortliche Planungsbüro wie auch die Obere Wasserbehörde hätten nach Abschluss der Renaturierungsarbeiten eine positive Bilanz gezogen, berichtet der zuständige Fachdienstleiter Hans-Peter Löw. Somit sei nun auch der letzte Bauabschnitt nördlich der Frankfurter Straße für Fische und Kleinlebewesen passierbar, sorgten Verbesserungen der Struktur für zahlreiche kleine „Stillwasserstellen“, in die sich die Tiere zurückziehen könnten. Von Zeit zu Zeit könne man auf den Feuchtwiesen am Schloss einen Silberreiher beobachten, ebenso wie den Eisvogel, der an Steilwänden brüte.

Die Stadt Heusenstamm könne damit auch schon jetzt auf die Erfüllung der Ziele der sogenannten EU-Wasserrahmenrichtlinien hinweisen, die bis 2015 erreicht werden sollen. Während sich der südliche, in der freien Landschaft liegende Bachlauf der Bieber zwischen dem Patershäuser Feld und dem Woogbruch schon seit den 1990er Jahren naturnah entwickeln und an tief gelegenen Stellen ausbreiten konnte, wurde in den vergangenen drei Jahren entlang der Weimerwiese zwischen Paulstraße und Niederröder Weg, nördlich der Brücke an Renigishausen, in den Bieberauen und nördlich der Schlosswiese bis zur Autobahn gearbeitet.

Ende des vergangenen Jahres wurden die letzten Baumaßnahmen abgeschlossen. Rote Markierhölzer zeigen interessierten Spaziergängern, welchen Umfang der Gewässerrandstreifen jetzt hat. Dazu waren Flurbereinigungen notwendig, so dass durch Landtausch und Grundstückskäufe die Gewässerrandstreifen verbreitert werden konnte. Der Bachlauf ist damit breiter geworden. Die sei von Bedeutung, erläutert Löw, da die Stadt sich seit Auflösung der Wasserverbände Rodau-Bieber eigenständig um die Unterhaltung und Gewässerpflege kümmere. Dazu werde im kommende Frühjahr mit einer interkommunalen Arbeitsgruppe Rodau-Bieber und der Oberen Wasserbehörde ein neuer Gewässerpflegeplan aufgestellt.

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Die hohen Kosten der Renaturierung erklären sich vor allem durch Investitionen in den Grundstückskauf sowie das Einbringen städtischer Grundstücke in das Projekt, sagt Bürgermeister Peter Jakoby. Wichtig sei, dass der Bach regelmäßig begangen werde, damit alles gepflegt bleibt. An einigen Stellen müsse sich die Natur noch zurückholen, was aufgerissen war. Aber in zwei Jahren werde man den Eindruck haben, dass nie etwas gewesen sei.

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