Mehr Kurven hinterm Schloss

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Im Auewald hinter dem Schlossgelände verläuft die Bieber noch vergleichsweise gerade. Nun sollen „Kurven“ eingebaut werden.

Heusenstamm - Schneller als gedacht konnte der erste Bauabschnitt zur Renaturierung der Bieber auf Heusenstammer Gebiet abgeschlossen werden. Von Claudia Bechthold

An der Brücke am Woogbruch, zwischen Ringstraße und Wiesenring sowie zwischen Friedhof und Schlosswald meandert der Bach nun schon seit einigen Monaten. Die „Wunden“, die durch die Bauarbeiten geschlagen wurden, sind zwar noch zu sehen, aber sie heilen allmählich.

Nun soll es bald weitergehen. Noch in dieser Woche werden sich Landschaftsarbeiter um jenen Abschnitt des Flüsschens kümmern, der zwischen dem fertigen Abschnitt an der Woogbrücke und der Holzbrücke am Sommerfeld dahinplätschert. Außerdem kommt nun der Bachlauf hinter der Schloss, im so genannten Auewald an die Reihe. Wie schon beim ersten Bauabschnitt sollen dort „Kurven“ eingebaut, der Bachlauf also verlegt werden.

Fließgeschwindigkeit verlangsamt

Damit werde nicht nur die Fließgeschwindigkeit verlangsamt, erläutert Bürgermeister Peter Jakoby. Die Natur erhält so die Möglichkeit, sich das Gelände zurück zu erobern. Mehr Pflanzen- und Tierarten, vor allem aber auch die für hiesige Breiten typischen Arten könnten sich dann wieder ausbreiten.

35.000 Euro hatte der erste Bauabschnitt gekostet, zwei Drittel des Betrags hat das Land Hessen getragen. Der zweite Abschnitt ist mit 33.000 Euro eingeplant. Auch dazu gibt es Landesgeld.

Vier Pappeln müssen gefällt werden

In Höhe des Julianenpfads, also kurz bevor die Bieber die Frankfurter Straße unterquert, müssen vier Pappeln gefällt werden. Diese Stämme sollen als so genanntes Totholz in den Bachlauf gelegt werden. Das Wasser sucht sich dann selbst einen neuen Weg, es entstehen weitere Meander.

Der Auewald hinter dem Schlossgelände ist ein schützenswertes Gebiet. Die Natur ist sich dort schon seit längerer Zeit sich selbst überlassen. Mit der Renaturierung der Bieber wird sozusagen ein früherer Eingriff wieder rückgängig gemacht. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald plant dort weitere Maßnahmen.

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