Noch kein Geld für Hartplatz

Schlossmühle: Parlament billigt 500.000 Euro für Umbau 

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Die denkmalgeschützte Schlossmühle neben dem Schloss wird vorerst ein Thema der Kommunalpolitik bleiben. Der Magistrat will das Vorhaben, daraus eine Kindertagesstätte zu machen, stoppen. Die CDU will dieses Projekt realisieren.

Heusenstamm - Drei Änderungsanträge – allesamt von der CDU – lagen den Stadtverordneten am Mittwochabend zum städtischen Haushalt für 2018 vor. Zwei lehnte das Parlament mit Mehrheit ab, ein dritter wurde angenommen. Von Claudia Bechthold 

Das ehemalige Kloster Patershausen, der Hartplatz im Sportzentrum Martinsee und die denkmalgeschützte Schlossmühle waren die Themen von drei Änderungsanträgen, die die CDU-Fraktion zum Etat der Stadt für das schon laufende Jahr vorgelegt hat. Es gebe bereits einen einstimmigen Beschluss des Stadtparlaments aus dem Juli 2016, dass der Magistrat prüfen und berichten solle, ob die freien Räume des ehemaligen Klosters Patershausen etwa für Veranstaltungen genutzt werden könnten, bemängelte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Heiner Wilke-Zimmermann. Er teile zwar die Kritik, dass bisher kein Prüfungsergebnis vorliege, halte aber nichts davon, ohne diesen Bericht drauflos zu planen.

Der CDU-Stadtverordnete Michael Kern hatte zuvor den Antrag der Union vorgestellt, mit dem 20.000 Euro für den Umbau der Räume in Patershausen in den Haushalt gestellt werden sollten, die früher von der städtischen Schreinerei genutzt worden waren. Rund 20 Monate nach dem Auftrag, ein Nutzungskonzept zu erstellen, liege nichts vor. Die CDU werde daher dieses Thema weiter aufgreifen, da das ehemalige Kloster eine beachtliche regionale Bedeutung habe. Der Antrag wurde dennoch mit 21 Nein- gegen 16 Ja-Stimmen abgelehnt.

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Der Hartplatz im Kultur-und Sportzentrum Martinsee sei grundsätzlich sanierungsbedürftig, hielt Michael Kern zum zweiten Antrag der Christdemokraten fest. 15.000 Euro sollten im Etat für die Planung einer Erneuerung dieses Platzes reserviert werden. Kern erinnerte daran, dass die Fußballabteilung der TSV Heusenstamm bereits öffentlich ihre drängende Platznot vor allem während der Wintermonate, wenn die Rasenplätze nicht genutzt werden können, kundgetan habe. Aber auch der Rugby Klub Heusenstamm habe Bedarf geäußert. Zu klären wäre aber, so Kern, ob daraus ein Rasen- oder Kunstrasenplatz zu machen sei.

Ein Ansinnen zu dem Hartplatz der genannten Vereine sei ihm nicht bekannt, antwortete erneut Heiner Wilke-Zimmermann. Gegen eine Prüfung dieser Frage sei nichts einzuwenden. Aber jetzt schon Planungskosten vorzusehen, heiße, den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun. Auch dieser Antrag wurde abgelehnt, CDU und Freie Wähler votierten mit Ja (17 Stimmen), dem standen 18 Stimmen von SPD, Grünen und AfD gegenüber.

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Um 500.000 Euro ging es schließlich im dritten Unions-Antrag, der sich mit der historischen Schlossmühle befasste. Dieser Betrag soll – versehen mit einem Sperrvermerk – im Haushalt für Mehrkosten beim Umbau des Gebäudes zu einer Kindertagesstätte vorgesehen werden. Wie berichtet, will der Magistrat jenen Umbau stoppen, weil sich die geplanten Kosten in Höhe von etwa 860.000 Euro um 840.000 Euro erhöhen, also fast verdoppeln würden.

Dies könne und wolle man nicht akzeptieren, betonte der CDU-Fraktionschef Lothar Fella. Sicher seien die Baupreise gestiegen, aber man vermute, dass durch die Verzögerungen beim Umbau des bereits 2015 beschlossenen Projekts Mehrkosten entstanden seien. Man wolle daher zunächst geklärt wissen, warum die Kosten so gestiegen seien und ob es nicht möglich sei, das Ganze mit einer geringeren Steigerung der Kosten doch noch zu realisieren. In der kommenden Woche, so Wilke-Zimmermann, werde sich der Bauausschuss mit dem Thema befassen. Mit 19 zur 18 Stimmen gegen SPD, Grüne und Freie Wählern wurde der Antrag dennoch angenommen.

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