Sportfischer erfreut über den Gast

In Heusenstamm ist ein Biber unterwegs 

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Eindeutig sind die Spuren, die der Biber am Ufer des Schneiderwiesenweihers hinterlassen hat.

Heusenstamm – Gesehen hat ihn wohl noch niemand. Aber die Spuren, die er hinterlassen hat, sind eindeutig: In Heusenstamm ist ein Biber unterwegs. Von Claudia Bechthold 

An mindestens drei Baumstämmen am Ufer des Schneiderwiesenweihers hat das Tier schon genagt, einer dieser Stämme ist gar schon gefällt. Ob der Nager an dem kleinen See südöstlich des Stadtteils Sommerfeld auch heimisch werden möchte, ist derzeit noch offen.

Der Fußabdruck des Bibers.

Mitte Dezember haben Mitglieder des Sportfischervereins, die dort angeln dürfen, erste Spuren eines Bibers entdeckt, berichtet Vorsitzender Klaus Weber auf Anfrage. Bis jetzt habe das Tier allerdings noch nichts Negatives angestellt. Einmal habe man Fraßspuren an einem Baum entdeckt, den man nicht verlieren wolle. „Den haben wir dann mit Hasendraht geschützt“, erläutert Weber. Und seitdem sei der Biber auch nicht mehr an diesen Stamm gegangen.

Erfreut zeigt sich auch Hans-Peter Löw, bei der Stadt zuständig auch für Umweltangelegenheiten. Eigentlich habe man schon darauf gewartet, dass der Biber auch in der Schlossstadt wieder auftaucht. Man wisse, dass bereits einige dieser Tiere vom Main her die Rodau und nun auch die Bieber hochgewandert seien. In Mühlheim etwa werde schon seit einiger Zeit beobachtet, dass dort ein Biber unterwegs ist.

Auf Biber-Safari in der Eifel

Der Schneiderwiesenweiher sei freilich ein gut geeignetes Areal für den Nager. Denn dort müsse er zum Bau seiner Burg ja nicht einmal Wasser aufstauen, was andernorts oft zu Ärger führe. Der Biber legt seine „Wohnung“ stets so an, dass das eigentliche Nest zwar über dem Wasser liegt, der Zugang aber unter Wasser.

Ein Blick auf den See.

Mit der Renaturierung des Bachs Bieber auf Heusenstammer Stadtgebiet in den vergangenen Jahren habe man unter anderem bedacht, dass sich der Biber wieder ansiedelt, betont Löw weiter: „Wir haben die Bieberauen also auch dafür vorbereitet.“ Er hofft vor allem darauf, dass sich mit dem Biber auch wieder andere Tiere ansiedeln, Insekten vor allem und Vögel sowie Amphibien. Die Sportfischer indes freuen sich einfach, dass es diese Tiere wieder gibt. Obwohl sie nicht damit rechnen, dass er bleibt. Sie vermuten, der Biber werde weiter wandern. Immerhin hatten sie bereits einen Fachmann zu Gast, der sich die Spuren angesehen hat.

„Wir werden aufpassen, dass uns beim Angeln keine Stämme auf den Kopf fallen, und dass er nicht an die Bäume geht, die besser stehen bleiben sollten“, verspricht Klaus Weber.

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