Französische Kult-Komödie im Pfarrheim Maria Himmelskron

Schwarzer Weihnachtsabend

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Holger Schmidt, Michael Weber, Markus Rückert, der auch die Regie führt, und Lisa Mozdzanowsi während der ersten Aufführung der französischen Kult-Komödie „Der Weihnachtsmann ist ein Drecksack“ vor wenigen Tagen in Dietzenbach.

Heusenstamm - Was in Deutschland zu Silvester das „Dinner for one“ ist, ist in Frankreich zu Weihnachten „Le père Noël est une ordure“: absoluter Kult. Das Eva Zeidler Ensemble führt das Stück jetzt in der Schlossstadt auf. Von Claudia Bechthold

„Es ist eine rabenschwarze Komödie“, sagt Markus Rückert. Für Kinder sei das Stück nicht geeignet, fügt er gleich hinzu. Aber der Erfolg, den „Der Weihnachtsmann ist ein Drecksack“ in Frankreich hatte, hatte ihn neugierig gemacht. Am kommenden Wochenende führt das Eva Zeidler Ensemble das Stück im Pfarrheim Maria Himmelskron, Marienstraße 16a, auf. Eine französische Freundin hatte dem Heusenstammer einst davon erzählt. Jahre später ist ihm im Frankfurter Keller-Theater ein Plakat aufgefallen, das die Komödie bewarb. 2006 hatte dieses Ensemble den „Weihnachtsmann“ auf dem Spielplan. Mit großem Erfolg, wie man ihm berichtete. Also ging Rückert auf die Suche.

Das war gar nicht so einfach. Von einem deutschen Verlag ist das Werk, das ein französisches Theaterensemble sich 1979 quasi selbst auf den Leib geschrieben hat, nie übersetzt worden. Es musste aber eine Übersetzung geben. In einem der Internet-Netzwerke hatte die Schlossstädter Gruppe schließlich Erfolg. Man fand jene Frau, die das Stück für die Frankfurter Schauspieler ins Deutsche übertragen hatte. Sie überarbeitete ihre Übersetzung noch einmal und stellte diese zur Verfügung. „Wir haben eigentlich nur noch ein paar Kleinigkeiten verändert“, berichtet Markus Rückert, der die Regie führt. Französische Bezüge in den Dialogen etwa, mit denen man heutzutage in Deutschland nichts mehr anfangen kann.

Seit Mai arbeiten die Ensemble-Mitglieder nun an dem Stück. Die Premiere im Dietzenbacher „Theater Schöne Aussichten“ ist auch schon über die Bühne gegangen – mit großem Erfolg. „Der Weihnachtsmann ist ein Drecksack“ spielt im Büro einer privaten Telefonseelsorge. Dort treffen am Weihnachtsabend Menschen mit Problemen aufeinander. Da ist zum Beispiel ein Transvestit, den Michael Weber spielt. Ein Anrufer ist Wilhelm Altmann. Markus Rückert und, im Wechsel, Gregor Hafner übernehmen die Rolle eines osteuropäischen Herrn, der Kontakt sucht und dazu ein merkwürdiges Konfekt anbietet. Die Rolle einer schwangeren Frau, die auf der Flucht ist vor ihrem gewalttätigen Verlobten, spielt Tanja Laudan-Pankotsch. Holger Schmidt verkörpert jenen Verlobten, der an diesem Abend als Weihnachtsmann unterwegs ist und ebenfalls in dem Büro auftaucht. Lisa Mozdzanowsi (Thérèse) und Claudio Petronio (Pierre) spielen die Mitarbeiter der Telefonseelsorge, denen die Kontrolle der Situation entgleitet. Das Stück endet in einem Desaster.

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Das Ensemble freut sich auf die Aufführungen in Heusenstamm. „In Frankreich veranstalten Fans dazu regelrechte Partys“, weiß Markus Rückert. Das erwarten die Mitglieder des Eva Zeidler Ensembles natürlich nicht. Aber vom Erfolg ihrer ganz besonderen „Weihnachtsgeschichte“, die schnell, witzig, schrill, manchmal makaber, aber auch ernst ist, sind sie überzeugt. Karten für die Vorstellungen am Freitag, 15. Dezember, um 20 Uhr, am Samstag, 16. Dezember, um 19 Uhr und am Sonntag, 17. Dezember, um 18 Uhr gibt es bei „Das Buch“, Frankfurter Straße 30. Sie kosten zehn Euro im Vorverkauf und zwölf Euro an der Abendkasse.

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