Ehemaliger Stadtrat Manfred Ester erhält den Ehrenbrief des Landes Hessen

Sechs Jahrzehnte Engagement

Landtagsvizepräsident Frank Lortz überreicht dem Rembrücker Manfred Ester den Ehrenbrief des Landes und Annelie Ester einen Blumenstrauß.
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Landtagsvizepräsident Frank Lortz überreicht dem Rembrücker Manfred Ester den Ehrenbrief des Landes und Annelie Ester einen Blumenstrauß.

Ihm ist der Applaus aus zwei Städten sicher: Manfred Ester hat auf beiden Seiten der Autobahn „Einiges in Bewegung gebracht“, lobt Landrat Oliver Quilling. Er hält die Laudatio auf den Journalisten, Politiker und Schachspieler, der sich erst in Obertshausen, dann in der Schlossstadt einen Namen gemacht hat. Im Winterrefektorium des ehemaligen Seligenstädter Klosters nahm Ester jetzt den Ehrenbrief des Landes Hessen aus den Händen des Vizepräsidenten des Landtags Frank Lortz entgegen.

Heusenstamm – „Wir ehren eine verdiente Persönlichkeit, die sich seit nahezu sechs Jahrzehnten für die Bürgerinnen und Bürger des Kreises Offenbach einsetzt“, beginnt Quilling. „Sowohl in der Kommunalpolitik als auch in der Vereinsarbeit ist er dauerhaft und in hervorragender Weise ehrenamtlich engagiert“, würdigt der Kreis-Chef den Liberalen.

Den gebürtigen Offenbacher verschlug der Krieg 1944 nach Obertshausen. Beim Hanauer Anzeiger wurde er als Volontär zum Journalisten ausgebildet, war zunächst Redakteur für Lokales, dann im Ressort Wirtschaft und Politik, schließlich zuständig für „bunte“ Themen. Seine politische Heimat ist seit den 1970er Jahren die Freie Demokratische Partei (FDP).

Im Ortsverband Obertshausen wirkte er bald als stellvertretender Vorsitzender, von 1972 bis 1977 war er dort Gemeindevertreter. 1969 wurde er Mitglied im Volksbildungswerk Obertshausen und saß von 1973 an 24 Jahre als Beisitzer im Vorstand des VBW. Eine weitere ehrenamtliche Wirkungsstätte fand der Ausgezeichnete im Kreistag.

Von 1973 bis 1977 sowie erneut von 1980 bis 1989 war er Abgeordneter der FDP-Fraktion, saß zunächst im Ausschuss für Bau und Planung, später in dem für europäische und kulturelle Angelegenheiten, im Rechnungsprüfungsausschuss, in dem für Familie, Jugend und Soziales sowie im Ausschuss für Gesundheit und Sport. Manfred Ester gehörte zudem dem Beirat der Unteren Denkmalschutzbehörde sowie dem Kuratorium der Kreisvolkshochschule an.

Als Juror entschied der Freidemokrat mit, wer den Kulturpreis des Kreises Offenbach erhält. Und von 1985 bis 1989 war er stellvertretender Kreistagsvorsitzender und gehörte in dieser Eigenschaft auch dem Präsidium an. Für diese „vielfältigen und langjährigen Verdienste um das öffentliche Wohl und das Ansehen des Kreises Offenbach“ wurde ihm 1989 die Ehrenplakette des Kreises Offenbach verliehen, erinnert der Landrat.

1978 zog die Familie Ester in die Rembrücker Hubertussiedlung. Der Neu-Heusenstammer wirkte nach der Wahl 2001 eine Legislaturperiode als Stadtverordneter, danach war er zehn Jahre ehrenamtlicher Stadtrat. Seit 1989 bekleidete er drei Jahrzehnte durchgängig den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden des FDP-Ortsverbands.

Der Geehrte gehört seit mehr als 60 Jahren dem Schachclub Obertshausen an, den er 35 Jahre als Erster und als Zweiter Vorsitzender führte. Bis heute nimmt er die Aufgaben des Schriftführers und Pressewarts wahr. Mitglied ist er ferner im Ortsverband Hanau des Hessischen Journalistenverbands, dessen stellvertretender Vorsitzender er war, in der DLRG, wo er ebenfalls die Öffentlichkeitsarbeit übernommen hatte, und im Offenbacher Verein für Naturheilkunde.

Bürgermeister Halil Öztas hebt Esters Persönlichkeit und Menschlichkeit hervor. „Er hat mir den Einstieg als Bürgermeister leicht gemacht, indem er mir im Magistrat das Du angeboten und so das Eis gebrochen hat.“ Der 80-Jährige setzt mit Ehefrau Annelie im Garten die Bäume um und löst Kreuzworträtsel, „das hält den Kopf jung“, sagt er. Das gelte auch für Begegnungen mit den Familien seiner beiden Töchter mit den vier Enkeln. (Michael Prochnow)

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