Sechs Räume in Containern

Adolf-Reichwein-Gymnasium wird provisorisch erweitert

Mehr als 1200 Schüler besuchen derzeit das Adolf-Reichwein-Gymnasium an der Leibnizstraße.
+
Mehr als 1200 Schüler besuchen derzeit das Adolf-Reichwein-Gymnasium an der Leibnizstraße.

Um sechs Klassenräume wird das Adolf-Reichwein-Gymnasium (ARG) vergrößert. Während der Sommerferien sollen entsprechende Interims-Container auf dem Gelände an der Leibnizstraße aufgestellt werden. Das werde aber nicht ausreichen, sagt Direktor Siegfried Ritter. Denn die Zahl der Schüler wird schon zum nächsten Schuljahr von derzeit etwa 1 250 auf etwa 1 420 steigen.

Heusenstamm – Insgesamt knapp 3,3 Millionen Euro gibt der Kreis Offenbach als Schulträger für als Zwischenlösungen gedachte Container an vier Schulen in der Region aus. Die Gebäude seien mit Akustikdecken zur Schallreduzierung, außen liegendem Sonnenschutz und gedämmten Sekundärdächern für verbesserten Wärmeschutz im Sommer ausgestattet, heißt es in einer Mitteilung des Kreises.

Die Container, die aller Voraussicht nach zwischen Sportfeld und Spielgeräten im hinteren Teil des Areals aufgestellt werden, sind zunächst für die sechs neuen fünften Klassen gedacht, die im August am ARG aufgenommen werden. „Vermutlich werden wir darin aber eher Oberstufen-Schüler unterbringen, die in kleineren Gruppen lernen als die unteren Klassen“, erläutert Siegfried Ritter. Denn für Klassen mit bis zu 30 Kindern seien die Container-Räume vermutlich zu klein.

Zudem fehlen dann weiterhin zusätzliche Fachräume für den Unterricht in den Naturwissenschaften, Musik und Kunst. Und der Babyboom der jüngsten Zeit ist in die aktuellen Zahlen noch gar nicht eingerechnet.

Deshalb werde wohl alles auf eine Neubau-Maßnahmen hinauslaufen, meint der Schulleiter. Wie eine solche aussehen könne, sei aber noch völlig offen. Als nächstes werde eine Machbarkeitsstudie erstellt, um verschiedene Möglichkeiten auszuloten – ob und wo ein weiteres Gebäude errichtet werden soll oder ob zum Beispiel eine Aufstockung möglich sein wird.

Viel organisatorische Arbeit müssen die gut 90 Pädagogen des Gymnasiums derzeit leisten. Vor allem, wenn von der kommenden Woche an wieder alle Schülerinnen und Schüler zum Wechselunterricht am ARG erscheinen werden. Bis einschließlich heute waren nur die Jugendlichen des Jahrgangs 12 im Präsenz- und der Jahrgänge fünf und sechs im Wechselunterricht an der Schule. Die siebten bis elften Klassen wurden ausschließlich digital zu Hause unterrichtet.

„Das ist unglaublich anstrengend für die Kollegen“, berichtet Siegfried Ritter und nennt ein Beispiel: „Da hat eine Lehrkraft zum Beispiel in den ersten beiden Stunden Präsenzunterricht in einer sechsten Klasse. Das heißt, eine Lerngruppe dieser Klasse ist in der Schule, gleichzeitig arbeitet die zweite Lerngruppe zu Hause an Aufgaben zu dem Lernstoff. In der dritten und vierten Stunde muss jene Lehrkraft dann eine achte Klasse digital unterrichten. Und in der fünften und sechsten Stunde ist dann ein Kurs des zwölften Jahrgangs an der Reihe, der auf zwei Räume aufgeteilt parallel betreut wird.“

Die Kolleginnen und Kollegen seien sehr bemüht, den Kindern ein passendes und realistisches Lernangebot zu machen, lobt der Schulleiter. Auch die Zusammenarbeit mit den Eltern sei sehr gut, diese seien verständnisvoll und hilfsbereit. Dennoch sei auch klar, dass der Präsenzunterricht nicht zu ersetzen ist: „Lernen ist auch ein sozialer Prozess im Austausch untereinander und durch die anderen.“

Froh sind Siegfried Ritter und seine Kollegen, dass sie in diesem Jahr nicht auch noch Abiturprüfungen abnehmen müssen. Wegen des Wechsels von G8 auf G9 im Jahr 2013 fehlt diesmal der dreizehnte Jahrgang komplett. (Von Claudia Bechthold)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare