Sechstes Haus für Erdbeben-Opfer

Heusenstammer Verein „Nikukaran–e Iran“ hilft auch während Pandemie

Kinder im Erdbebengebiet in der Region rund um die Stadt Kermanschah im Nordwesten des Iran bedanken sich für den Bau einer Schule.
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Kinder im Erdbebengebiet in der Region rund um die Stadt Kermanschah im Nordwesten des Iran bedanken sich für den Bau einer Schule.

Die Folgen eines verheerendens Erdbebens im November 2017 in der Region rund um die Stadt Kermanschah im Nordwesten des Iran war Anlass zur Gründung des Vereins „Nikukaran–e Iran“, was so viel heißt wie „die Wohltäter des Iran“. Mehr als 600 Menschen sind bei diesem Erdbeben gestorben, mehr als 12 000 wurden verletzt.

Heusenstamm – Initiatorin und Vorsitzende der Gemeinschaft ist die Heusenstammer Lehrerin Farnoush Sedighi. Sie unterrichtet Chemie und Ethik an der August-Bebel-Schule in Offenbach und hat durch ihre Kontakte viele Bürger für ihr Anliegen gewinnen können.

Wegen der Pandemie mussten viele geplante Veranstaltungen des Vereins im vergangenen Jahr ausfallen, berichtet nun Farnoush Sedighi. Dazu zählen ein Fest zum iranischen Neujahr, ein „Fest der Natur“ und der dritte Geburtstag des Vereins. „Dennoch konnten wir mit einigen Aktivitäten unsere Landsleute in diesen schwierigen Zeiten unterstützen“, versichert sie.

So gelang etwa die Herstellung und das Spenden von selbst genähten Masken an Vereinsmitgliedern mit der Bitte um eine kleine Spende. Über eine digitale Plattform im Internet konnte man zudem – einem Flohmarkt ähnlich – Kleinartikel wie Bücher oder Kleidung digital verkaufen. Und Vereinsmitglieder haben Geld und Sachspenden zugunsten von „Nikukaran–e Iran“ gesammelt.

Schutzkleidung für Klinikpersonal gespendet

Die Hilfe ging an Bedürftige im Iran. So habe man Masken besorgt und dort kostenlos zur Verfügung gestellt, ebenso Desinfektionsmittel. Für Krankenhauspersonal im Iran habe man spezielle Schutzkleidung gekauft. Und: „Da die Krankenhäuser im Iran aufgrund der Pandemie teilweise überlastet sind, nehmen sie fast keine Patienten auf. Daher haben wir für Kranke Sauerstoff-Flaschen besorgt, damit sie zuhause mit Sauerstoff versorgt werden können. Diese werden verliehen und nach Genesung an andere Bedürftige weiter gegeben.“

Viele Schulkinder im Iran könnten sich keine digitalen Geräte leisten und seien so von Bildung abgeschnitten, berichtet Farnoush Sedighi. Daher habe der Verein für viele dieser Kinder Tablets besorgt: „Da die Anzahl bedürftiger Kinder ohne digitale Geräte in Iran sehr hoch ist, haben wir die Versorgung der Schülerinnen und Schüler mit Tablets auf besonders begabte Kinder, die gleichzeitig bedürftig sind, beschränkt.“

Derzeit baut der Verein das sechste Haus für die Opfer des Erbebens 2017. Außerdem plane man die Errichtung der dritten Schule im Erdbebengebiet und sammele dafür Spenden von Iranern weltweit. Die erste Schule sei fertig, die zweite in der Anfangsphase. Für die dritte sammele man Spenden.

Interessierte können die Aktivitäten des Vereins auf Instagram verfolgen: nikukarane_iran_ . (clb)

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